#56: Mit Genuss-Journalist Christoph Wirtz über Gastro-Papst Wolfram Siebeck

Shownotes

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Christoph Wirtz, "Wolfram Siebeck - Ein sattes Leben", ZS-Verlag, 304 Seiten, 29,90 Euro.

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00:00:03: Von und mit Clemens Hoffmann.

00:00:14: Hallo und herzlich willkommen, schön dass ihr wieder rein hört!

00:00:17: Heute sprechen wir über einen Menschen der Generation von Essern, Zeitungslesern und Gastrojournalisten geprägt hat Wolfram Siebeck den großen vielleicht größten Kritiker, Kronisten und Verfechter der guten Küche in Deutschland.

00:00:31: Ein fleißiger Kolumnist und Buchautor.

00:00:34: Und über allem gerne esse, ein Gummi.

00:00:38: Ich mach das mit jemandem der nicht nur ein langjähriger Kenner seiner Texte ist sondern auch selbst einer der seine Gedanken zur Genusskultur publiziert nämlich der Journalist und Buchauter Christoph Würz.

00:00:48: Christoph schreibt seit über zwanzig Jahren, über sämtliche Facetten des Genusses.

00:00:53: Über Essen gehen, Wein trinken, Gast sein... Er war Chefredakteur des Restaurants Führers Gomio.

00:00:59: Er hat in der Welt am Sonntag im Sternen einen Magazin Feinschmecker publiziert und hat nun kurz vor dem zehnten Todestag von Wolfram Siebeck eine Biografie verfasst.

00:01:08: Siebecks ein sattes Leben unter Titel Der Mann, der die Deutschen auf den Geschmack

00:01:13: brachte.

00:01:14: Christoph lebt im schönen Freiburg aber heute ist er in Berlin Und vielen Dank an dieser Stelle mal wieder, an meinen guten Freund Gerrit für die Möglichkeit uns hier an seinem geografisch perfekt gelegenen Küchentisch zusammenzusetzen und zu treffen.

00:01:28: Und natürlich hallo lieber Christoph!

00:01:29: So schön dass es heute mit uns beiden klappt.

00:01:32: herzlich willkommen bei Die Letzte Flasche.

00:01:34: Hallo Vielen Dank für die Einladung.

00:01:36: Sehr gerne.

00:01:37: Du bist gerade aus Taiwan zurück.

00:01:38: was hast du da gemacht?

00:01:40: Ich habe im Wesentlichen gegessen Und ein Artikel recherchiert, den ich in der Welt am Sonntag veröffentlichen werde.

00:01:48: Der sich mit dem zuversichtlichen Blick Taiwans in die Zukunft befasst.

00:01:58: Mir geht dieses ganze Doomsday-Gerede ein bisschen auf die Nerven, indem wir alle doch einen Moment sehr stark anhängen und gerade wenn wir auf die Weltlage schauen... Ich fand man sollte auch mal eine positive Geschichte erzählen, das lässt sich mit dem Essen auch in der Fremde besonders gut und besonders leicht

00:02:20: tun.

00:02:20: Das Essen die Kulinarik da in Taiwan wie muss man sich das vorstellen?

00:02:24: Es ist wahrscheinlich auch ein Mix aus China Japan andere Einflüsse.

00:02:29: Ja es ziemlich genau das!

00:02:31: ... extrem spannendes Land.

00:02:39: Ich war in Taipei, das ist natürlich eine Metropole besonderen Charakter.

00:02:43: Also ich bin nicht rausgefahren und habe mich nicht... ...in den Bergen umgeschaut.

00:02:50: Aber wenn man dieser Stadt ist dann spürt man den Aufbruch.

00:02:54: Man spürte auch zuversicht jedenfalls keine Sorge.

00:02:59: Klar, wenn man da so ein paar Tage unterwegs ist kriegt man ohnehin immer nur Ausschnitte mit aber das war doch ziemlich durchgängig so Und kulturell und auch kulinarisch liegt es ziemlich genau auf der Mittellinie zwischen Japan und China.

00:03:13: Es ist also verfeinert, aber nicht manäriert, nicht überfeinart, nicht verkopft – das ist auf der anderen Seite straightforward, aber eben auch nicht übermäßig rustikal.

00:03:31: So läuft man dadurch tolle Restaurants oder über Nachtmärkte und kann sich eigentlich nur wundern, wie großartig die Fülle ist.

00:03:40: Und die Vielfalt und die Qualität und das Angebot.

00:03:45: Das habe ich sehr genossen!

00:03:46: Schön also es klingt auf jeden Fall nach einer Destination, die man auf dem Schirm haben sollte wenn man gerne ist und reißt

00:03:52: unbedingt.

00:03:53: Christoph, bevor wir uns in deine Siebeck-Biografie vertiefen kurz ein bisschen mal zu deiner Biografie.

00:03:59: Ich frage meine Gäste ja immer gerne ob sie aus einem kulinarisch interessierten Elternhaus kommen?

00:04:04: Ja ich glaube da liegen die Wurzeln wie vor nach Frankreich und Asendord und das so oft wie noch möglich.

00:04:16: natürlich kann ich mich auch daran erinnern dass wir uns Museen angeschaut haben.

00:04:20: also meine Eltern und sich.

00:04:23: Kind reist man ja so mit und läuft hinterher.

00:04:25: Und oft in Restaurants, ich kann auch nicht behaupten dass ich das bedauert hätte.

00:04:31: also Ja Ich erinnere mich an den Louvre als kind und auch an die Uffizien.

00:04:37: aber Ich erinner mich auch daran dass es mir im Bistro oder in der Trattoria hinterher noch ein bisschen besser gefallen hat.

00:04:45: Und du warst da schon in einem Alter, wo du alles dann gegessen hast?

00:04:48: Weil ich meine Kinder und Essen ist ja auch manchmal so ein bisschen schwierig.

00:04:52: Also nicht jedes Kind mag alles sofort was in so nem Bistro auf den Tisch kommt!

00:04:58: Ich glaube ich mochte eigentlich immer ziemlich alles.

00:05:01: Sehr dankbar für deine Eltern.

00:05:03: dann wurde bei euch viel gekocht auch?

00:05:05: Ja beide Eltern haben gekoct gerne irgendwann mein Vater noch leidenschaftlicher als meine Mutter Und auch ich habe ziemlich früh angefangen zu kochen, Chaos veranstaltet und irgendwelche Sachen versucht aus Rezeptbüchern nachzukochen.

00:05:26: Und hatte da immer viel Freude dran was auch etwas damit zu tun hat dass ich nie für ein Alter kochen musste!

00:05:33: Ich hab dann ja auch irgendwann im Beruf gehabt wo ich sehr viel essen gehen konnte oder sehr viel Essen gehen kann.

00:05:43: diejenigen, die jeden Tag kochen müssen und meistens sind es ja irgendwie immer noch die Frauen.

00:05:50: Also ist ja doch immer noch ein bisschen so dass da wo die Laubern verdient werden die Männer kochen und da wo der Laden am Laufen gehalten werden muss die Frauen kochen.

00:05:59: Und das stelle ich mir manchmal nervig vor weil was jetzt schon wieder und dann serviert man's ja auch oft Leuten die nicht mit der allergrößten Wertschätzung sich an den Tisch setzen.

00:06:12: Also, davor habe ich großen Respekt.

00:06:14: Aber du hast ja eben schon gesagt als Profi-Restaurantgänger, du kommst auch zum Kochen oder du kochst auf wenn du zuhause bist?

00:06:21: Du bist jetzt nicht jemand der immer nur Essen geht!

00:06:23: Ich bin ziemlich viel unterwegs und ich gehe ziemlich viel essen und ich koche auch aber... ...ich koche eigentlich dann am liebsten für größere Runden und Freunde und diese klassische Idee mit einer Flasche Wein daneben Ja, also so im Alltag fürchtig bin ich kein besonders fleißiger Koch.

00:06:50: Den Siebeck hat ja eine Reise nach Frankreich auf den Geschmack gebracht.

00:06:56: Hat es bei dir auch so ein kulinarisches Erweckungserlebnis gegeben?

00:07:01: Oder ist das mehr so?

00:07:03: Passiert.

00:07:04: Nee, aber der Siebeck spielte schon auch eine Rolle weil ich irgendwie sehr früh auf die Bücher gestoßen bin.

00:07:09: meine Eltern hatten die die Bahn in der Bibliothek zu Hause denn den im Bücherschrank und bei uns gab es auch ein Geburtstagskuchen von von siebäck.

00:07:20: Welcher war das?

00:07:21: Gattu Berbel

00:07:23: Okay.

00:07:24: Bärbel?

00:07:25: Ja, Bärbell Französisch und ich habe dann irgendwann viel später im Gespräch mit Barbara Siebeck festgestellt dass der nach ihr benannt ist.

00:07:32: Und ich dachte das sei irgendwie ein uraltes burgundisches Familienrezept und in Wirklichkeit hat es vermutlich irgendwo abgeschrieben und nach seiner Frau benannt leicht französisiert.

00:07:43: Ich liebe ihn.

00:07:44: bis heute sind super Kuchen Ja.

00:07:48: und und diese die es gab so eine heine serie wenn madame den deckel hebt nicht nur kraut und rüben eine prise süden.

00:07:57: Das waren wirklich wunderbare bücher und sie waren großartig geschrieben.

00:08:01: Und das hat mich.

00:08:03: also habe ich einfach gerne gelesen

00:08:06: welchen alter?

00:08:08: Keine ahnung das weiß ich

00:08:10: vom abi oder nach.

00:08:13: ja ein bisschen skurril aber Nicht schlecht als lebensvorbereitung.

00:08:19: Und würdest du sagen, das hat dich letztlich auch so in diesen Gastro-Journalismusbereich reingetragen?

00:08:24: oder war das noch mal ein anderer

00:08:27: Impuls?

00:08:28: Das und anderes.

00:08:30: Ich meine irgendwann habe ich festgestellt dass man dieses Feld ja auch journalistisch beackern kann und dass sich damit die Möglichkeiten erweitern.

00:08:43: In gewisser Weise ging es mir da wie Wolfram Siebeck zunächst als Filmkritiker etabliert hatte und als Satirika.

00:08:53: Und dann parallel privates, kulinarische in den Fünfzigerjahren für sich entdeckte...

00:08:58: Auf den Festivals unter anderem?

00:08:59: ...auf den Filmfestivals in Bergamo und in Thur.

00:09:03: Da ars er plötzlich Sachen die es im heimischen Ruhrgebiet nicht gab und danach war er verloren.

00:09:12: Er hat eben begriffen dass er ein Journalist irgendwie leichter an die Quelle kommt und mit ja, irgendwie mit einem journalistischen Interesse sich der Sache auch nochmal anders nähern kann als irgendwie hobbymäßig privat.

00:09:27: Und so war es bei mir auch.

00:09:29: Das vertiefen wir gleich weiter.

00:09:30: jetzt kommt schon den Moment, an dem wir was ins Glas bekommen müssen.

00:09:34: Bei den letzten Flaschen...

00:09:35: Was heißt schon?

00:09:35: Da bringen ja die Gäste die Getränke mit in eine letzte besondere Flasche Eine hinter der bestimmter Moment steckt oder auch eine Haltung steckt.

00:09:45: Ich bin gespannt, was du ausgesucht hast heute?

00:09:49: Ich habe dabei eine Flasche von JJ Prym.

00:10:00: Das klingt gut!

00:10:01: Das klingt vor allen Dingen nach nicht so schwer jetzt am Nachmittag wo wir aufnehmen.

00:10:06: Acht Umdrehungen aber ja ehrlich gesagt Ich hätte auch vor zwölf und halb keine Angst.

00:10:13: Ne, Angst habe ich da vor auch nicht aber es ist umso angenehmer.

00:10:16: Sollte

00:10:17: ich das jetzt mal eingießen?

00:10:18: Wäre

00:10:19: schön!

00:10:19: Wenn du magst gerne auch ein Mikro eingießen dann hört man noch ein bisschen das Gluck an.

00:10:23: Ist das nah genug am Mikro?

00:10:24: Nee, richtig das Glas an vorne.

00:10:28: Bisschen skurrile Situation.

00:10:34: Ist aber höherer Rinnenwunsch und höherer Wunsch die möchten das hören dass wir wirklich auch was in die Gläser bekommen ja zum Wohl.

00:10:51: Herzlich willkommen noch mal.

00:10:52: Vielen Dank!

00:11:00: Du hast das Gefühl, man beißt so direkt in den Füßig rein, ne?

00:11:02: In den super saftigen Füißig bisschen auch schon so... So ein Mango kommt da mit, ne.

00:11:11: Sowas exotisches schon.

00:11:13: Das warme es auch.

00:11:15: Zitrus natürlich und ganz schön breitschuldrig.

00:11:19: Hättest du nicht?

00:11:20: Nee ich finde... Im Mund

00:11:21: schon.

00:11:22: Ich finde sehen... Ein extrem elegant ist vielleicht ein bisschen zu warm Aber dieser Wein ist, wie ich finde ganz großartig weil er irgendwie was zeigt, was es auf der ganzen Welt kein zweites Mal gibt.

00:11:45: Also diese Moselrieslinge in dieser Form mit dieser Filigranität und auch diesem Säurspiel und dieser Vitalität das gibts nirgendwo.

00:11:59: Sonst ist es auch für mich eigentlich die einzige Weinstilistik, die so eine Restsüße verträgt braucht das gehört dazu großartige Essensbegleiter überhaupt nicht zum Dessert sondern beispielsweise zu einem Rehrücken.

00:12:19: Ein Hauptgang ließe sich damit ganz wunderbar begleiten.

00:12:23: kann man die die pushierte Birne mit dem Preiselbeeren in die Tonne kloppen und stattdessen diesen fabelhaften Weiner zu trinken.

00:12:33: Total!

00:12:33: Ich nehme breitschultig zurück, was ich meinte ist so diese... man merkt diese Wärme, die in dieser Steillage natürlich hängt.

00:12:40: Diese Tonschiefer, diese doch satten Böden, die da drunter sind.

00:12:45: also klar auch Kark aber Aber schon auch was, was eben nachts die Trauben auch wärmt.

00:12:50: Noch mal restwärmt und ich finde... Die

00:12:52: Zwei-Tausend-Thirteen waren ein schwieriges Jahr.

00:12:53: Das war zunächst irgendwie sehr regnerisch und kalt.

00:12:56: Und dann wurde es im Sommer heiß und gehört eben auch zu diesen besonderen Qualitäten so großer Weingüter wie Prym.

00:13:07: Auch in solchen Jahren auf die Flasche zu bringen das dann oft auch erst viele Jahre später wirklich glänzt Kann man übrigens auch vom Riesling lernen und von diesem, man muss den Dingen Zeit geben.

00:13:20: Und man muss sie dann vernünftig einsetzen.

00:13:25: Es gibt so eine Mode die Sachen viel zu jung zu trinken bei dem... Das ist eine unheilige Allianz.

00:13:35: Die Leute haben keine Ahnung und die Sommeliers bestärken sie oft darin, und die Winzer wollen verkaufen.

00:13:41: Aber es ändert sich ein bisschen... Inzwischen gibt's schon auch Winzer, die einen Schlosslagerung machen oder eine Staturlagerungen machen und dann die Weine halt so... aber das muss man auch erst mal können!

00:13:53: dass man sich leisten können und sie dann eben erst nach einer gewissen schönen Flaschenreife oder in einem schönen flasche Reife Stadium auf den Markt bringen, weil ihnen das auch selber auf die Nerven gegangen ist.

00:14:03: Dass das alles viel zu früh getrunken wurde also immerhin tut es sich ein bisschen.

00:14:08: ich weiß nicht ob Brüm so was überhaupt hat.

00:14:10: da ist ja eher so dass ihnen auch schon der Jageln aus dem Händen gerissen ist bevor er überhaupt in eine Flasche ist ne?

00:14:16: Ja aber es gibt natürlich auch Auktionen und es gibt bestimmte Late-Releases usw.

00:14:24: Das ist ja eine Sache, die in der Spitzenliga des Weinbaus irgendwie zunehmend wichtiger wird.

00:14:31: aber es ist immer noch ne Nische.

00:14:33: und auch bei den vermeintlichen Alltagsmeinen habe ich den Eindruck sie profitieren oft davon wenn sie ein Jahr oder zwei auf der Flasche sind.

00:14:44: Bei mir im Südwesten, im Markreffler-Land gibt es den Gutedel.

00:14:48: Der ja auch so eine verkante Sache ist.

00:14:51: endlich wieder Trollinger über den viele Dinaso rünfen völlig zu Unrecht und auch der hat wenn er gut gemacht ist und sauber ausgebaut wurde und vor allen Dingen sauber gelesen ein solches Potenzial zu reifen und Komplexität zu zeigen.

00:15:11: also Zeit ist wichtig.

00:15:14: Warum hast du ausgerechnet den jetzt ausgesucht, was für eine Geschichte ist damit verbunden?

00:15:19: Mit diesem Gracher Himmelreich.

00:15:24: Ich konnte vor einigen Wochen eine Veranstaltung organisieren in Paris im Palais Boarnet das ist der Residenz des deutschen Botschafters wunderbares Haus Empire zwischen Assemblée Nationale und Musee d'Orsay aus jedem deutschen Anbaugebiet einen Spitzenwinzer eingeladen und zusammengebracht mit weinaffinen Menschen in Paris, also Someliers und Gastronomen und Weinhändlern.

00:16:01: Und anderen Journalisten großartige Großartig.

00:16:05: Also bei einem Abendessen so und bei einer Verkostung voran.

00:16:09: da waren großartigen Weingüter dabei Heger und Knipser und Fürst und eben auch prüm.

00:16:16: Und jetzt ist es so, als ich mir überlegt habe was ich hierhin mitbringe dachte ich an diese Veranstaltung und dachte an diese Flasche.

00:16:27: und natürlich hätte ich auch etwas von Raumland mitbringen können.

00:16:33: aber der nicht Aber... Der Sekt ist eindeutig aus der Champagne beeinflusst und die Chardonnays Pinot Noir der vorgenannten haben natürlich auch ganz klare französische Bezüge.

00:16:48: Ich meine, wir haben in Deutschland unglaublich profitiert vom Französischen Einfluss nicht nur in der Gastronomie sondern vor allem auch im Wein.

00:16:55: ganze Terror Idee und so weiter.

00:16:59: Und ich fand von diesen ganzen Weinen ist Der Mosul Riesling Deswegen besonders interessant, um jetzt darüber zu sprechen.

00:17:08: Weil er eben eine total eigenständige Geschichte ist sind die anderen auch.

00:17:12: also das bitte nicht falsch verstehen.

00:17:14: Der teutonischste

00:17:15: willst du jetzt nicht damit sagen?

00:17:17: Ganz im Gegenteil.

00:17:18: also die zumal übrigens die Mosel überhaupt nichts Teutonisches hat und für jemanden der in Brandenburg lebt ist es auch ein ziemlich großes Wort möchte ich an dieser.

00:17:35: Aber es ist doch irgendwie eine Welt-Sensation und deswegen habe ich ihn jetzt mal mitgebracht.

00:17:42: Gibt auch noch andere großartige Weingüter an der Mosel, gibt ganz fabelhafte Weine aber der gefiel mir jetzt besonders gut.

00:17:48: Und wenn ichs richtig verstanden hab ihr habt die Weine aufgemacht und dieses Essen veranstaltet weil ihr einen Preis vergeben habt?

00:17:56: Nee.

00:17:57: Das ist anders gewesen, gar kein Problem.

00:18:00: das entstand aus einer Veranstaltung die einige Die zwei ja auch vorher war.

00:18:06: Das war die Verlangen der Walter Schellmedaille an Allerland-Ukast, die fand auch da statt.

00:18:11: damals kochten Christian Bau, Max Strohe und Martin Fauster im Palais Bourneu.

00:18:19: Und da hatten auch einige deutsche Spitzenwinzer großartige Weine mitgebracht.

00:18:26: Diese Veranstaltung hatte so eine positive Resonanz und auch der Botschafter irgendwie begeistert von der Rückmeldung, die er in Paris bekommen hatte.

00:18:36: Für die war das alles sehr überraschend was wir alles in Deutschland haben.

00:18:39: Man

00:18:39: glaubt es eigentlich nicht ne?

00:18:41: Dass da immer noch jemanden überraschen kann, der im Auswärtigen Dienst arbeitet.

00:18:45: Nee aber nicht der Botschafter überrascht sondern die französischen Gäste.

00:18:48: Ja

00:18:48: das glaube ich sofort!

00:18:51: So dass eigentlich da die Idee entstand, das fortzusetzen.

00:18:55: Das war dann sozusagen jetzt dieser Weinabend.

00:18:58: Okay

00:18:58: verstehe aber der Ursprung war, dass ihr euch getroffen habt.

00:19:01: Die Verleihung dieses Preises der seit ungefähr ja zehn, fünfzehn Jahren zwei vierzehn vergeben wird.

00:19:07: Preis der europäischen oder für besondere Verdienste in der europäischen Genusskultur und wo du auch mit Energie bist als...

00:19:16: Genau, ich bin der Vorsitzender des Trägerkreises der Walter-Schellmedaille.

00:19:20: Das ist eine Auszeichnung die vergeben wird seit den Menschen, die sich um das europäische Genusskulturerbe besonders verdient gemacht haben und die Idee, die dahinter steht.

00:19:33: Und deswegen ist sie auch nach Walter Schell benannt dem Forum Bundespräsidenten und Außenminister und Vizekanzler unter Willy Brandt.

00:19:42: Das europäische Einigungswerk eine gewisse emotionale Aufladung, wie wir glauben wieder braucht.

00:19:49: Vieles ist noch verflogen vieles is krisengerede Gewichen und Konfrontation Und die Tatsache dass die Grenzen offen sind und das wir kein Geld mehr wechseln müssen.

00:19:57: ehrlich gesagt lockt es heute auch keiner mehr keinen mehr hinter dem Ofen hervor.

00:20:03: Aber dieses Europa ist so großartig und so vielfältig.

00:20:07: Wir finden das, dass Kulinarische das exemplarisch zeigt.

00:20:11: Es ist so, dass es Menschen, Generationen, Kultur, Nationen, politische Weltanschauung, Religion was auch immer verbinden kann und Das ist auch diese ganze Euroskepsis in der Lage, ein bisschen auszuhebeln.

00:20:31: Also selbst der Eurokritischste Pole will nicht darauf verzichten sich Parmesan auf die Nudeln zu hobeln und zwar zurecht.

00:20:40: Und das Kulinarische ist so ein Abbild von Vielfalt in Einheit.

00:20:49: So ein kleinteiliger Kulturraum, so vielfältiger wie wir ihn hier haben und das sieht man eben wunderbar am Essen, am Trinken an den Spezialitäten, an die kulinarischen Traditionen, an den Küchen.

00:21:00: Mehr Europa als im Kühlschrank ist

00:21:01: nirgendwo.".

00:21:03: Den Preis hat vor Franzibek aber naturgemäß nicht mehr bekommen können weil er da schon fast kurz danach gestorben ist oder?

00:21:12: Er war sehr alt und ne, er hatte ihn nicht bekommen, er hätte ihn sicher verdient gehabt.

00:21:19: Alain Ducasse und Ferran Adria und Angelo Gaia und Hugh Johnson und andere diesen Preis bekommen.

00:21:24: Eckhardt Witzigmann natürlich!

00:21:25: Wir finden, wir müssen die Helden der kulinarischen Kultur auszeichnen zum Wohl Europas.

00:21:31: Das ist ein guter Ansatz.

00:21:32: jetzt gehen wir auf einen Helden Kulinarischen Kultur bisschen näher ein über den du ich habe es vorhin schon erzählt ja geschrieben hast.

00:21:41: Wolfram Siebeck.

00:21:44: Du hast eben schon gesagt, wo deine früheste Begegnung mit ihm stattgefunden hat.

00:21:47: Im Grunde am Bücherregal deiner Eltern oder?

00:21:50: Gibt es eine Passage in Textensatz hinter dem du sagen würdest damit ist für mich alles gesagt.

00:21:57: das ist der Kern von Wolfram Siebeck.

00:21:59: Klingt so als hätten wir das abgesprochen haben aber nicht.

00:22:01: ich kann ihn trotzdem wie aus der Pistole liefern wer Spargel Sorten auseinander hält wird auch Parteien scharf beobachten.

00:22:10: Ja

00:22:11: Das ist der Kerl.

00:22:14: Sieberg geht es um Lebensfreude, sieberg geht's um Genuss.

00:22:17: Sieberg ist um Hedonismus, um all diese wunderbaren Dinge die sich mit dem Kulinarischen verbinden.

00:22:24: aber eigentlich gehts Siebeck um Emanzipationen, um Freiheit und Aufklärung, um waches Bewusstsein.

00:22:34: Die Idee ist jemand der sich absolut unreflektiert jeden tag irgendeinen industrie dreck einverleibt hat der möglicherweise auch in anderen bereichen namentlich auch politisch kein besonders waches bewusst sein.

00:22:52: das ist eine steile tese.

00:22:54: man kann das sicher auch diskutieren aber davon war überzeugt dass das eine mit dem andern zusammenhängt und ich finde es hat auch viel miteinander zu tun.

00:23:03: Wahrnehmungsfähigkeit kann man Schulen am Kulinarischen und das auf besonders schöne Art und Weise.

00:23:10: Würdest du sagen, dass kommt auch aus seiner persönlichen Biografie also aus seinem Elternhaus?

00:23:15: Ich meine er kommt ja aus so einer Generation noch die den Nationalsozialismus mit erlebt haben.

00:23:19: Er war selber noch Flakhelfer in letzten Kriegstagen.

00:23:24: Also hat er damit ist es seine Art damit Das zu verarbeiten diese zeit.

00:23:32: ja davon bin ich überzeugt.

00:23:34: das hat ihn auch bis zum schluss bis zum ende seines lebens verfolgt.

00:23:39: Siebeck hat den krieg miterlebt er war an der ostfront und er war mit einem vater geschlagen der ein absolut opportunistischer nazi karrier ist war.

00:23:50: ich glaube nicht dass es in fanatischer anhänger war glühender nationalsozialist so'n überzeugungstäter sondern es war einfach einen Ein huntsgewöhnlicher Opportunist, von denen dieses System natürlich zusammengehalten wurde.

00:24:06: Und das wurde Siebeck irgendwann auch sehr bewusst.

00:24:09: und seine eigene Teilnahmslosigkeit im Sinne der Fähigkeit zum Widerstand oder zum Aufbegehren.

00:24:21: Das hat ihn alles ein Leben lang verfolgt.

00:24:24: habe ich das mit mir machen lassen.

00:24:26: Klar, der war vierzehn.

00:24:27: Er war bei der Hitler-Jugend, dann war Flakhelfer und dann ist er noch in den letzten Kriegstagen an der Ostfront gewesen.

00:24:36: Und als er da zurückkam keine... also abgebrochene Schullaufbahn eigentlich kein Halt.

00:24:45: läuft er dadurch die Ruinen des Rohrgebietes weiß nicht wohin mit sich?

00:24:50: und nur eins wird ihm klar und zwar Neu erblühenden Kultur des Westens mit Jazz, mit Literatur, mit Comics und Kinofilm.

00:25:02: Ihm wird klar das was da war.

00:25:06: Das darf sich niemals wiederholen und es hat etwas zu tun mit der Trägheit und dem Desinteresse der Leute auch seinem eigenen.

00:25:24: Daraus wollte er sich befreien.

00:25:26: Und zwar auf allen Wegen und irgendwann wurde das kulinarisch zu seinem Hauptmittel.

00:25:32: Warum jetzt eine Biografie über Wolfram Siebeck?

00:25:34: Und warum gerade von dir?

00:25:35: also, wie hat es dich bei dir dieses Gefühl festgesetzt?

00:25:38: Das ist jetzt ne Geschichte die ich erzählen muss!

00:25:41: Ich kannte Wolfram siebäck, ich mochte ihn, ähm... ich finde ihn bedeutend als Journalisten, als Stilisten.

00:25:51: Ich finde ihn hochinteressant.

00:25:54: Er ist in diesem Jahrzehn Jahre tot und in zwei Jahren wäre er Hundert geworden.

00:25:58: Ich find das ein guter Zeitpunkt an ihm zu erinnern weil es eine Menge Leute ja heute gibt die ihn nicht mehr kennen.

00:26:03: Die nicht seine Kolumne jede Woche in der Zeit lesen.

00:26:07: Das ist eben mittlerweile auch schon wieder fünfzehntzwanzig Jahre her zu erklären, warum Wolfram Siebeck wichtig war und in seinen Gedanken wichtig ist.

00:26:22: Das war die Motivation.

00:26:23: Wie

00:26:24: würdest du ihn denn jemandem in drei, vier Sätzen beschreiben der ihn noch nie gelesen hat?

00:26:28: Und auch vielleicht ohne Fachbegriffe aber in so einem Bild was sich dann auch im Kopf fest setzt.

00:26:33: Was war das für ein Gastro-Journalist?

00:26:36: War überhaupt ein Gastroschinalist?

00:26:38: Er hat sich selbst als Berufsesser bezeichnet.

00:26:47: Eigentlich war er ein Schriftsteller, ein Gesellschaftskritiker der durch das Vergrößerungsglas des Kulinarischen erzählt hat wie er die Welt wahrnimmt oder wie er sieht.

00:27:06: Darüber hat er berichtet und das ist das Besondere in einer extrem unterhaltsamen kurzweiligen, eleganten stilistisch geschliffenen Art und Weise getan.

00:27:19: Joschka Fischer hat mal über ihn gesagt zum achtzigsten Geburtstag ohne deutschen Bier ernst aber mit heiligem Zorn – da ist was dran!

00:27:32: Was fasziniert dich am meisten an seiner Persönlichkeit?

00:27:37: Die Fähigkeit sich zu befreien aus all diesen Verstrickungen durch Reflexion durch Kultur, durch Offenheit.

00:27:54: Und der war irgendwann ganz gelassen und lebensfroh.

00:28:04: Das ist ja nicht so wenig wenn man sich überlegt wie so ein Leben beginnt.

00:28:13: Der hat einfach sein Leben gelebt mit kulinarischen Freuden mit Reisen und der hat sich das alles selbst aufgebaut.

00:28:23: Der ist im goldenen Löffel im Mund aufgewachsen, sondern er hat sich dass alles ermöglicht und er hat damit einen riesigen Beitrag geleistet.

00:28:30: Er hat Eckhardt Witzigmann und das Tantriss zweifellos stark befördert wie auch viele andere Köche München der siebziger Jahre.

00:28:39: Er war wahnsinnig stolz darauf und es hat sogar den New York Times geschrieben, dass er dafür gesorgt habe das Schalotten auf deutschen Märkten auftauchten.

00:28:45: Und nicht nur diese stinkigen Zwiebeln.

00:28:47: Und dass es irgendwann Creme Fraiche im Supermarkt gab.

00:28:51: Der hat wirklich Leute befördert die es verdient hatten.

00:28:56: wenn Sieberg Donnershaus in der Zeit was geschrieben hat dann war Freitags und ab da für ein halbes Jahr die Bude ausgebucht.

00:29:03: Und was du eben schon gesagt hast, ist ja eigentlich ein Genre.

00:29:07: Was er geprägt hat das mit ihm erst so entstanden ist?

00:29:11: Das gab es ja eigentlich gar nicht vorher so eine Art überessen zu schreiben und übertrinken zu schreiben.

00:29:16: Nein und in Deutschland schon gar nicht!

00:29:19: Es gab ein paar andere die zur derselben Zeit aktiv waren.

00:29:22: Gerd von Pachenski gehört dazu oder Klaus Besser Aber Wolfram Siebeck war der einzige, der es hauptberuflich und vor allen Dingen fünfzig Jahre lang gemacht hat.

00:29:33: Jede Woche ein Text, jeden Monat zusätzlich eine Kolumne im Feinschmecker und daneben Dutzende von Büchern – das war sein Ding!

00:29:44: Und ich sage's nochmal so dass man es heute noch lesen kann nicht wegen der Restaurants die sind entweder geschlossen oder haben längst andere Köche Und auch nicht wegen seiner Rezepte.

00:29:54: Da gibt es im Internet heute oder auf den sozialen Medien ganz andere Quellen, aber dieser Haltung ist was.

00:30:01: da kann man sich bis heute dran orientieren.

00:30:05: Was irritiert oder verwundert dich?

00:30:07: rückblickend eher an ihm?

00:30:12: Mich irritiert eigentlich gar nichts!

00:30:13: Was die Leute irritiert hat, die ihm das erste Mal begegnet sind in der Regel war dass das ein ziemlich schüchterner etwas brummeliger und nicht besonders eloquenter älterer Herr war, dem sie dagegen überstanden.

00:30:25: Und wenn Sie seine Sachen gelesen haben dann dachten die da steht jetzt so ein Satirefeuerwerk vor ihnen das irgendwie aus der Sakotasche einen Pudding Rezept zieht und damit hatte er nun überhaupt nichts zu tun.

00:30:39: Der wollte keine Jünger, der wollte keinem folgen und er wollte ehrlich gesagt auch nicht dass die Leute ihm blind folgen.

00:30:46: Und es gibt ja diese berühmte Geschichte das er irgendwann mal im Zeit- Weihnachtsmenü hat ja jahrelang Jahrzehnte lang ein Menü Anfang Mitte November veröffentlicht dass die leute dann üben konnten bis Weihnachten und damit dann die Familie begeistern.

00:31:05: Und das hat die halbe Republik gekocht und er hat irgendwann mal ein Rezept für eine Zitronencreme veröffentlicht.

00:31:15: Da hat er nur leider... Teelöffel mit Zitronen verwechselt.

00:31:21: Also waren da irgendwie nicht Teelöffel-Zitronensaft drin, sondern der Saft von zwölf Zitonen?

00:31:26: Haben aber alle natürlich gemacht weil war ja Siebecks Wort das war er gesetzt und

00:31:31: dann war die Hölle los und Siebek fand es.

00:31:33: aber vermute ich habe dann nie mit ihm drüber gesprochen aber ich bin ziemlich sicher ganz großartig weil ehrlich gesagt wäre so derartig stur irgendwelchen Vorgaben folgt er hat's nicht besser verdient.

00:31:46: Ja klar Natürlich denkt man, dann hätte man rausredigieren können.

00:31:50: Du willst

00:31:50: auch wohl nicht die Zeit gratisieren?

00:31:52: Na oh Gott das will ich auf keinen Fall!

00:31:56: Du beschreibst ja in der Biografie auch sehr genau wie Siebeck geschrieben hat.

00:31:59: also scharf klug haben wir schon gesagt sowieso manchmal aber auch ein bisschen gnadenlos mit Sachen die ihm nicht gefallen haben.

00:32:06: oder wie würdest du Siebecks Stil charakterisieren?

00:32:11: Natürlich war er, also er war arrogant und er war gnadenlos.

00:32:16: Und der hat sich auch regelmäßig selbst widersprochen und er hat manchmal auch irgendwelche abschließenden Urteile zu Sachen formuliert von denen er wirklich keine Ahnung hatte.

00:32:28: aber ehrlich machen

00:32:29: ein Beispiel über was zum Beispiel hatte das gemalt?

00:32:32: italienische

00:32:32: Küche japanische Kühe da sind Sätze bei Siebeck daraus Zisau Aber Das war ihm klar und ehrlich gesagt auch wurscht.

00:32:40: Also das gehörte auch zum Konzept, und alle die so da dran hingen dass das aber so nicht sein dürfe oder ganz anders sein müsse oder dass er doch letzte Woche das gesagt haben.

00:32:52: Darüber hatte sich glaube ich stillschweigend gefreut weil das gehört zu dem Konzept.

00:33:00: Er hatte ein Programm das hieß denkt selber und freut euch des Lebens und ich gebe euch hier mal ein paar Anregungen wie ich es mache.

00:33:08: Und ich warne euch eben auch so.

00:33:10: und jetzt kommt die Sache mit den Verrissen.

00:33:12: Das ist wie bei Marcel Reichranitzki Die Zeiten sind vorbei und das ist vielleicht auch gut so.

00:33:19: es ist sicher nicht mehr ganz unterhaltsam, wie's mal war aber Das ging heute nicht mehr, dass jemand das neue Buch von Günther Krass ist Unlesbarer Dreck.

00:33:31: Also der Mann hatte einen Literaturnobelpreis.

00:33:33: die Wahrscheinlichkeit, dass er unlesbaren Dreck geschrieben hat war relativ gering und trotzdem sorgte das natürlich für Aufmerksamkeit und das nächste Buch war dann schon wieder ein Meisterwerk.

00:33:42: Und so war es bei Sieberg und der Gastronomiekritik eben auch.

00:33:45: da war ja hoch und runter und das sorgten für Bewegung.

00:33:50: Schreibst du noch Farisse, Restaurant-Farisse selber.

00:33:55: Also so ein richtigen Fariss habe ich schon lange nicht mehr geschrieben was eigentlich bedauerlich ist weil die schreiben sich sehr schön.

00:34:05: aber ich hab mich eigentlich immer bemüht wenn ich getreten habe dann möglichst nach oben.

00:34:14: also es gibt so... Ich hatte mal eine Kolumne im Feinschmecker.

00:34:18: Da habe ich die fünfzig besten deutschen Hotels anonym getestet, also das Fährszeiten in Hamburg und des Adlons in Berlin oder den Bayerischen Hof.

00:34:26: Und was weiß ich?

00:34:27: Was alles!

00:34:29: Das war sehr, sehr unterhaltsam für mich und ich glaube auch für die Leser weil ich da über HHS oder Booking oder so anonym reserviert hatte oder jemand für mich reserviert hat.

00:34:42: Ich hab mir dann einfach mal angeguckt wie es da so abläuft wenn man da fünfhundert Euro bezahlt sechshundert oder tausend pro Nacht und dann

00:34:54: was klickt man dafür?

00:34:55: Dann kommt man da an.

00:34:58: Und dann brauche ich jetzt nicht alles aufzuzählen, was mir so passiert ist.

00:35:02: aber jedenfalls Wenn dann auf dem Fernseher die Hotel-Selbstdarstellung flimmert und mir erklärt wird, dass das sozusagen diesseits von Bali das großartigste Haus sei.

00:35:13: Dass es die Menschheit je erdacht habe und auf dem fernseherfinger dickstaub liegt so.

00:35:19: Das hat mir immer viel Freude gemacht und ehrlich gesagt da kann ja nicht ausschließen, dass ich das heute noch tue und auch in Zukunft.

00:35:26: aber Ich fand's immer ein bisschen schäbig irgendwie da, wo Leute erkennbar an den Grenzen ihrer Möglichkeiten vor allen Dingen auch mit wirtschaftlich eigenem Risiko in kleinen Restaurants ihr Bestes geben.

00:35:40: Dann mit so einem, ja, snobistischen Weltüberblick einzufliegen und zu erklären das habe ich aber in Paris schon mal besser gegessen.

00:35:49: Das ist eigentlich ziemlich unsympathische.

00:35:50: Idioten die das machen

00:35:52: Das versteht das macht dich sympathisch wiederum, dass du das so siehst.

00:35:56: Noch mal zurück zu Siebeck gibt es so typische Siebec-Muster in seinen Texten wie er das aufbaut wir auch so Hintergrundwissen einbaut wer mit Personen mit Orten spielt gefolgt ist so einem gewissen Schema was ja Leute die Kolumnenschreiben haben also der martenstein in seiner zeitkolumne der hatte auch immer.

00:36:20: Du wusstest schon wie die column läuft wenn du da die konstellation vorne gelesen hast worum es geht.

00:36:25: Also sie begann ja als satiriker und das zog sich bis zum schluss durch.

00:36:32: Fallhöhe wird produziert.

00:36:33: Ja,

00:36:33: es wird fallhöhe produziert und Es wird sich auch lustig gemacht über bestimmte.

00:36:41: Autoritäten.

00:36:43: So ein Gehabe.

00:36:45: Also Siebeck enttäuschte ständig Erwartungen der Leser und das machte er eigentlich mit Freude, und das sollte eben auch Erkenntnisgewinn bringen.

00:36:56: Er erklärte dann dass irgendwie dieses ganz banale Regionalessen das jetzt alle so suchen diese Toscana Küche und sodass das alles überhaupt völlig uninteressant sei und dann noch schlecht gemacht ... und überhaupt könne man nur in Paris, in diesen Restaurants essen.

00:37:14: Und dann aber wiederum waren die Restaurants auch nicht mehr so gut wie vor zwanzig Jahren... ...und die, die dann da waren und ganz stolz dass sie jetzt bei Taillon oder im Tour d'Agent gesessen haben, den hat er dann erklärt, ja also... ...da sind irgendwie die Cannapés besonders gut, aber den Rest können Sie vergessen!

00:37:30: Es gibt aber um die Ecken Bistro, da erzähle ich Ihnen vom nächsten Mal von.

00:37:33: Also er hat die Leute ständig auf irgendwelche Spuren gesetzt,... ...und sich dann ein bisschen enttäuscht.... Aber er hat das auf eine Art und Weise gemacht, dass man es eben gerne lesen wollte.

00:37:44: Glaubst du, das würde heute noch funktionieren in so einer Welt wo wir uns an TripAdvisor und an Online-Empfehlungen langhangeln die doch sehr eins zu eins sind?

00:37:55: Also ist diese Art von Hintersinn von Ironie überhaupt noch denkbar?

00:38:01: Ich glaube ja absolut!

00:38:03: Und ehrlich gesagt glaube ich mit Blick auf TripAdviser und Google Sterne nicht das Schwarmintelligenz Kompetenz ersetzt, sondern ich glaube dass das richtig regelmäßig in die Irre führt.

00:38:21: Und ganz im Gegenteil, ich glaube, dass Leute Empfehlungen hinter denen ein Mensch steht den sie kennen oder von dem Sie glauben, dass ihn kennen sehr viel eher vertrauen.

00:38:35: Das hat eben auch den Vorteil, dass es Menschen gibt die genau wissen also im Falle Sieberg was der empfiehlt ist nix für mich und umgekehrt.

00:38:44: Man kann sich danach ausrichten ein bisschen und wenn man Sieberg lang genug gelesen hat dann hatte man eine Vorstellung davon was er gut findet und was nicht Und dann konnte man das mit dem abgleichen was man selbst gut fand und was Nicht.

00:38:58: Aber ein Influencer wäre ja als Influenser wär eigentlich untauglich weil er Da viel zu uneindeutig bleibt, oder?

00:39:08: Also ich sehe in der weiten Welt der Influencer und Tiktoker und Instagrammer so vieles.

00:39:19: Ich glaube da hätte auch Siebeck seine Nische im Gegenteil.

00:39:26: Nutzen hat.

00:39:26: ganz zum Schluss, nachdem er nicht mehr bei der Zeit veröffentlichte weit über Achtzig.

00:39:31: Hat er noch ein Block versucht?

00:39:32: Das war in den Anfangs in der Anfangszeit dieser Blocks und das war dann auch relativ schnell wieder vorbei.

00:39:37: aber Der wäre heute eindeutig bei Instagram und ever bei Tiktok und er würde es ganz anders machen.

00:39:42: so viel ist sicher.

00:39:43: Interessante Thesen Welche Siebekritik oder welcher Satz oder welche Artikel Heute noch so präsent, dass man ihn quasi wie so ein Stichwort zitiert.

00:39:54: Also mir fällt da immer wieder die Mehlschwitze ein in Bezug auf Siebeck.

00:40:00: Dass er der MehlSchwitzen den Gehaar rausmachen möchte und das es eigentlich als Pump sieht ne?

00:40:05: Und ich glaube auch, der Sonntags Eintopf kriegt bei ihm auch glaub' ich immer einen Fett weg, ne?

00:40:10: Naja... Der Siebek-Begriff für die deutsche Küche, die er hasste.

00:40:14: nicht die deutsche Kücher haste, aber er hasst manches!

00:40:19: Ich würde sagen vieles an der deutschen Küche und das nannte er, das fasste er zusammen als Plumpsküche.

00:40:26: Die deutsche Plumps-Küche!

00:40:28: Und das ist eben alles das ja?

00:40:30: Irgendwelche braunen Soßen mit OSZ und Mehlschwitze und verkochtes Mischgemüse und Margarine... ...und das Ganze führte eher zurück auf Buttersparen für Kanonen und den Hitlerischen Eintopfsonntag.

00:40:49: Verzicht zu höheren Zielen.

00:40:54: Das war ihm absolut zu widererfand, dass die Kirchen uns was von Moral und Völlerei erzählen und die Ärzte von Cholesterien und die Politiker von Sparsamkeit und Fleiß.

00:41:07: und das fand er alles absolut übergriffig!

00:41:10: Er war der Meinung macht etwas mit eurem Leben und dazu gehörten gutes Essen.

00:41:16: guck nach Frankreich da zeigen sie euch wie es geht.

00:41:19: Gibt es Bereiche, in denen du Sieberg heute zu radikal, zu scharf oder auch vielleicht zu nostalgisch findest?

00:41:26: Also Sachen wo du sagen würdest ja das kann man heute eigentlich nicht mehr so schreiben.

00:41:31: Ja klar bei welchem Auto gibt's das nicht?

00:41:34: Wo zum Beispiel?

00:41:38: Frauenbild was hat er für ein Frauenbild?

00:41:39: zum Beispiel?

00:41:41: Er hatte glaube ich einen ziemlich aufgeklärtes Frauenbild.

00:41:44: Ich meine er war mit Barbara Siebeck verheiratet.

00:41:49: Bauer Siebeck war vor Siebecks mit Will McBride verheiratet, der unter anderem von ihr ein berühmtes Foto gemacht hat.

00:42:00: Das hier auch im Deutschen Historischen Museum.

00:42:07: im Bestand ist Barbara Schwanger mit so einem schwarzen Body und einer offenen Dreams von der Seite.

00:42:20: Das war in den sechziger Jahren ein ziemlicher Skandal, das wurde veröffentlicht im Twin Jugendmagazin Zeitgeist Magazinen super avantgardistisch für die Zeit von Willy Fleckhaus.

00:42:34: Und da musste er rückte der Jugendschutz an und da ging es um Selbstsensur Und Siebeck heiratete diese Frau, die aus Worps Wedel stammt.

00:42:46: Aus einer Künstlerkolonie und die drei Söhne mit in die Ehe brachte.

00:42:53: Der hatte ein sehr modernes Familienbild gehabt – auch Frauenbild!

00:43:00: Was er verabschiede war seine Idee von der deutschen Hausfrau.

00:43:07: Das ist eben genau so ein Klischee, das er selbst aufgebaut hat.

00:43:10: Dass sicher auch in Teilen in der Zeit zutrafft und dass vieles von dem verkörperte was er ablehnte.

00:43:21: Das haben wir schon immer gegessen und die guten Sachen kommen Sonntagsmittag und sonst überhaupt nicht Und da wird dann möglichst gespart und bloß keine Experimente.

00:43:33: Und der Prüfwürfel statt der selbstgekochten Suppe und die Unterordnung, die Anpassung.

00:43:39: Ja, Fleiß

00:43:40: usw.,

00:43:41: das waren alles so Sachen... Da war er zu anarchisch!

00:43:47: Ich finde es kommt wirklich gut bei dir raus in der Biografie.

00:43:51: Du schreibst da eben nicht nur über einen Kritiker sondern auch über eine Epoche, über ein Nachkriegsdeutschland.

00:43:56: Wenn man das liest nochmal dann sieht man auch was wir doch irgendwie für ne Strecke hinter uns gebracht haben, dass es heute nicht mehr so ist in vielem und das tut auch ganz gut.

00:44:07: In dieser allgemeinen depressiven Stimmung, in der viele im Moment sind sich das auch nochmal klar zu machen wie gut es uns eigentlich heute geht.

00:44:15: in vielen

00:44:16: Absolut!

00:44:17: Und dass es so ist... Das hat was zu tun mit politischen und gesellschaftlichen Veränderungen.

00:44:23: Adenauer hat die Westbindung politisch durchgesetzt und sie bergkulinarisch

00:44:27: So, jetzt würde ich sagen bevor wir weitermachen, riechen wir nochmal in den Wein rein denn alles ist ja auch über die Zeit interessant.

00:44:35: Was hat sich hier jetzt getan?

00:44:43: Freuen Sie sich die Hörer eigentlich über diese ständige Schmatzerei?

00:44:47: Das weiß ich nicht aber es... Es ist uns

00:44:50: auch egal!

00:44:51: Mir ist das egal.

00:44:52: Ich mache es um ein bisschen Luft an den Gaumen zu kriegen Ja aber ich finde also er hat sich nicht groß verändert überhaupt nicht in irgendeiner Weise irgendwie müder geworden ist.

00:45:04: Straf immer noch sehr angenehm, er hat jetzt Temperatur angenommen aber es trotzdem absolut klar und angenehmer.

00:45:13: Ja ich finde er öffnet sich und er wird mit der Luft noch ein bisschen komplexer und er hat eine unglaubliche Länge.

00:45:19: Total!

00:45:20: Der ist eigentlich die ganze Zeit da während wir sprechen.

00:45:23: Schön, einen schöner Begleiter.

00:45:25: Nimm uns noch mal ein bisschen mit hinter die Kulissen von diesem Buch.

00:45:28: Wie hast du gearbeitet?

00:45:29: Gab es Gespräche mit Kollegen, mit ehemaligen Schülern vielleicht auch mit Familienergehörigen?

00:45:34: oder hast du das alles mit Archivmaterialen, mit Fotosbriefen deinen eigenen Archiv-Möglichkeiten was ich nicht über die Welt oder so?

00:45:42: wie hast Du das gemacht?

00:45:44: Ja ich habe viel mit Archive Material gearbeitet.

00:45:50: Sein Nachlass liegt in Dresden im deutschen Archiv der Kulinarek

00:45:55: Ein toller Begriff übrigens, muss ich mal sagen an dieser Stelle.

00:45:57: Dass es das überhaupt gibt!

00:45:59: Das deutsche Archiv der Kulinarik und ich finde auch cool dass es in Dresden ist.

00:46:03: Ja also ganz fantastisch.

00:46:06: Da hat sowohl die TU Dresd'n als auch die SLUB, das ist die Bibliothek dort.

00:46:14: Ich hohe Verdienste vor allen Dingen, das muss man auch einmal erwähnen Ein Wissenschaftler aus Dresden, Professor Josef Mazzarat.

00:46:23: Den ich übrigens mal empfehlen würde für diesen Podcast.

00:46:26: Das ist der Spiritus.

00:46:27: Rektor kann vielleicht sagen dieses Instituts... ...Deutsches Archiv der Kulinarik und da is eben nicht nur der Siebeck-Nachlass sondern auch die Bibliothek von Eckhardt Witzigmann oder eine riesige Speisekartensammlung und alles Mögliche.

00:46:42: Jedenfalls ja!

00:46:43: Da hab' ich recherchiert.

00:46:45: Ich habe natürlich mit Barbara gesprochen und mit anderen Leuten, die ihn kannten.

00:46:51: Ich habe meine eigenen Erinnerungen und Aufzeichnungen konsultiert und dann vor allen Dingen natürlich sein riesiges Werk.

00:46:59: Er hat ja unglaublich viel geschrieben.

00:47:00: das macht es leichter über jemanden zu schreiben wenn er so viel hinterlässt.

00:47:06: Es ging mir eben darum einerseits sein Leben zu erzählen aber andererseits und vielleicht noch wichtiger einmal zu erklären was eigentlich zeitlos an dem Mann ist, da haben wir eben schon einiges zu besprochen.

00:47:20: Du bist ja selbst Teil einer Generation die mit Siebeck aufgewachsen ist und heute sich in einer ganz anderen Medien- und Gastrolllandschaft, Genusslandschaft bewegt.

00:47:30: Was würdest du sagen?

00:47:31: Wie hat sich so die Genusskultur in Deutschland seit Siebecks Hochphase verändert also in der Sprache, im Journalismus, in den Erwartungen auch so an die Gastronomie?

00:47:42: Das ist natürlich ein Abendfüllendes Thema und ich weiß nicht genau, ob ich das umfassend beantworten könnte.

00:47:49: Aber ich glaube dass Unendlich viel unendlich Viel besser geworden ist.

00:47:57: Wir haben eine solche Fülle mittlerweile von gastronomischen Konzepten und Gastronomischem Angeboten.

00:48:05: wir haben in der Breite wie in der Spitze Eine solche Fülle und Qualität mittlerweile, die Internationalität im Kulinarischen hat enorm zugenommen.

00:48:17: Und man macht sich das eigentlich gar nicht so bewusst.

00:48:20: Ich lebe in Freiburg als ich da vor vormundzwanzig Jahren hingezogen bin.

00:48:26: Da gab es drei ente Restaurants, die kochten mehr oder weniger klassisch und der Rest war ... Prägele, wie Bratkartoffeln im Badischen heißen und die mehr oder weniger gut.

00:48:38: Heute gibt es da eine Fülle von tollen Läden.

00:48:43: Eine thailändische Nudelsuppenkneipe genauso wie eine total regionale Autoren Hochküche, die mit einem Stern ausgezeichnet ist.

00:48:57: Es gibt italienische Avantgarde eines ehemaligen Suchefs, eines italienischen drei Sternekochs aus den Abruzzen.

00:49:05: es gibt klassisch französische Küche bei Martin Fauster der Königshof in München schon so großartig gekocht hat.

00:49:17: Dutzende interessante Adressen von den Kaffee-Läden.

00:49:21: Ich wohne in der Innenstadt, ich habe keine Kaffeemaschine mehr weil das was ich da im Umfeld hab... vor der Haustür an hervorragenden Siebträgermaschinen perfekt jeden Tag auf die Luftfeuchtigkeit eingestellt und irgendwelcher Kaffeesorten, die von Leuten persönlich importiert werden.

00:49:45: Und dann überm Teelicht nachts bei Vollmond geröstet... Also es ist unglaublich was da alles ist!

00:49:53: Wir haben allein drei gute Bäcker mittlerweile in Freiburg.

00:49:57: Unsere so richtig gute Bäcke.

00:50:00: Ich finde Wir machen uns oft gar nicht bewusst, was wir hier alles haben.

00:50:05: Diese ganze Jammererei läuft!

00:50:09: Wo würdest du denn Wolfram Siebeck heute in unserer Restaurant-, in unserer Foodlandschaft einordnen?

00:50:19: Immer noch so als Referenz.

00:50:21: also ich meine die Weihnachtsmenüs kann man ja immer noch im Side Shop kaufen.

00:50:25: diese Kochbücher gibt's seit mal noch zehn Jahre nachdem er schon tot ist.

00:50:29: Oder ist er eher eine historische Figur heute?

00:50:32: Also was hat der heut noch für einen Impact, so sollte die Frage eigentlich in diese Richtung sein.

00:50:40: Also er hat zum Beispiel ein Buch geschrieben über die Bistros von Paris.

00:50:43: Ja, das

00:50:43: habe ich übrigens.

00:50:44: Ich glaube

00:50:45: sogar zwei... Mir

00:50:46: ist so eine Landkarte drin, so einen Stadtplan dabei.

00:50:49: Also

00:50:50: erstens ist es erstaunlich da gibt's immer noch welche, die es gibt und das finde ich schon mal überraschend weil das ja mittlerweile auch dreißig Jahre her bin ich vierzig, dreißiger.

00:51:01: Wenn man das dabei hat und im Zug nach Paris liest Ich glaube, das ist keine ganz schlechte Vorbereitung.

00:51:11: Da steht eine Menge drin was man da bestellen soll und was man vielleicht besser nicht bestellen so.

00:51:16: Und wie das zu sein hat?

00:51:19: Wie nicht?

00:51:22: Außerdem ist es extrem mundwässern, wie er die Dinge beschreibt auch die ganze atmosphärische Qualität eines wirklich schönen Bistros.

00:51:34: Da muss man kein einziges der bistros besuchen die er beschreibt.

00:51:41: Aber wenn man dann in eins reinläuft in irgendeins, dann erkennt man was wieder oder eben auch nicht.

00:51:48: da ist Orientierung drin und ich glaube so geht es mir jedenfalls mit ganz vielen Sachen die er geschrieben hat.

00:51:57: Da ist eine Menge Gehalt der nicht veraltet.

00:52:03: jetzt war schon in den Service-Teil übergeglitten, nämlich ich versuche am Ende immer noch mal so den Hörern auch was an die Hand zu geben.

00:52:10: Wenn man jetzt Wolfgang Siebeck noch nicht so viel gelesen hat welche Texte, welche Bücher würdest du empfehlen?

00:52:15: Was das Bistro Buch schon empfohlen kriegt man wahrscheinlich nur noch antikvarisch.

00:52:21: gibt es noch andere Bücher wo du sagst guckt doch damals rein da kriegte eigentlich ein ziemlich gutes Gefühl davon was der Siebek war und wie er geschrieben hat und was sein was seinen unverwechselbare Stil war.

00:52:32: Im Grunde muss man eigentlich nur mein Buch lesen.

00:52:34: Ja natürlich

00:52:35: siebeck ein sattes Leben kostet.

00:52:37: neunzwanzig neunzig ist bei zs erschienen und da steht alles drin.

00:52:40: eigentlich braucht man überhaupt gar kein anderes buch mehr zu lesen.

00:52:43: klar

00:52:44: wenn man das verstanden hat ist eigentlich lebensglück unvermeidbar.

00:52:50: Und ansonsten ist dahinten auch serviceteil eine bibliografie drin.

00:52:53: dann kann man noch die ganzen anderen titel von sie weg nachlesen und hoffentlich antiquarisch kaufen.

00:52:58: manche sind ziemlich teuer mittlerweile.

00:53:01: Und besonders empfehlen würde ich das Kochbuch der verpönten Küche.

00:53:08: Da geht es um Innereien, das ist wunderbar.

00:53:11: Magst du Innereian?

00:53:12: Bist du ein Fan von Innerei?

00:53:13: Natürlich!

00:53:14: Ich bin ein riesiger Fan von innereien übrigens wie Wolfram Siebeck und ich bin auch der Meinung des Menschen die Innerein ablehnen auch sonst unzuverlässig sind.

00:53:28: Ganz zum Schluss möchte ich mit dir noch einen kurzen Blick in die Zukunft werfen.

00:53:32: Also einerseits persönlich, welche Genusthemen beschäftigen dich aktuell am meisten?

00:53:36: Also unabhängig jetzt von der Biografie, die dich natürlich jetzt die nächsten Wochen-Monate wahrscheinlich immer sehr stark zeitlich einbinden wird.

00:53:46: Mit welchen Themen beschäftigt du es sich gerade?

00:53:48: Journalistisch oder... Ich bereite Nächstes Buch vor, aber über das kann ich leider im Moment noch nicht sprechen.

00:53:55: Und noch ein ganz kleiner so dein Tipp die Zukunft des Genussjournalismus.

00:54:00: also in Zeiten von Social Media von Videos von ständigen Bildflossen muss alles immer aktualisiert werden.

00:54:06: braucht es da noch lange Formate?

00:54:07: Braucht es noch Hintergrundtexte Bücher wie das von dir

00:54:11: unbedingt Also nicht nur von mir sondern von möglichst vielen Menschen weil die Welt komplex ist und vielschichtig.

00:54:19: Und das lässt sich eben nicht in TikTok-Videos abhandeln.

00:54:23: Christoph, vielen Dank für dieses sehr persönliche und gleichzeitig auch sehr tiefgründige Gespräch über Wolfram Siebeck – über Genuss-, über Kultur.

00:54:31: Wir haben ein bisschen auch über Journalismus gesprochen.

00:54:33: Die Biografie Siebek Ein Sattes Leben ist soeben erschienen!

00:54:36: Wer die Welt der Genusskultur verstehen will tut gut dran sich mal mit dieser Komplexen scharfen manchmal zu gleich aber auch sehr warmherzigen Figur Siebek auseinanderzusetzen.

00:54:47: Danke, Christoph und danke natürlich auch an euch da draußen fürs Zuhören!

00:54:52: Wie immer gilt ihr wollt mir Feedback-Mailen, Gäste vorschlagen oder mir eure letzten Flaschen zeigen?

00:54:56: Sehr gerne auf meinem Instagram Account.

00:54:58: clemensunterstrichhoffmann die genaue Adresse findet ihr auch nochmal in den Shownotes.

00:55:02: Und wie immer wenn es euch gefallen hat erzählt es gerne weiter.

00:55:05: und ganz wichtig abonniert den Podcast.

00:55:07: das kostet euch nichts bringt aber was.

00:55:10: und Das war's für heute.

00:55:11: erst trinkt und genießt bis zur nächsten Folge

00:55:14: viel

00:55:15: dank.

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