#57: Sonderfolge Roussillon reloaded: Frische Weine aus dem heißem Süden

Shownotes

Folgt Clemens auf Instagram: @clemens_hoffmann

Die besuchten und erwähnten Weingüter:

www.domaine-soulanes.com https://torredemer-mangin.com www.fjaubert.fr https://domaine-lafage.com www.terrassous.com www.chateau-des-hospices.fr www.mas-baux.com

Bezugsquellen in Deutschland: www.instagram.com/chezjerome.berlin (Domaine des Soulanes) www.karl-kerler.de (Torredemer-Mangin) www.zeter-wein.de (Domaine Lafage) www.weinpalais.eu (Terrassous) www.die-rebe.de (Chateau des Hospices) www.invino-potsdam.de, https://weinhaus-sued.de u.a. (Mas Baux)

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:01: Wunderbar, dass ihr wieder zuhört!

00:00:03: Heute gibt es mal wieder eine Sonderausgabe dieses Podcasts denn ich war vor kurzem ein paar Tage im Süden Frankreich unterwegs und zwar in der Region Russien zwischen Pyreneen und Mittelmeer ganz nah an Spanien.

00:00:17: Organisiert wurde die Reise von der Agentur FFK und vor Ort durchgeführt vom dortigen Branchenverband dem Conseil interprofessionell de Verne du Russion.

00:00:28: Das Russien produziert zwar gerade mal ein Prozent aller Weine in Frankreich, das klingt nach fast nichts.

00:00:34: Ist aber mit seinen knapp fünfzehntausend Hektaren Rebfläche immer noch etwa so groß wie Deutschlands drittgrößtes Weinbaugebiet Baden.

00:00:42: Ich selber war vor ungefähr zwanzig Jahren zuletzt im Russien und wir sind von damals vor allem die reichhaltigen Rotweine und die unglaublich guten Sardu naturelle Erinnerungen geblieben also die Süßweine Die eine echte Spezialität dieser Region sind.

00:00:57: Aber dort entstehen natürlich auch sehr viele trockene Weine und übrigens erstaunlich viele weiße.

00:01:03: Die Zeit bleibt ja nicht stehen, und entsprechend gespannt war ich endlich einmal wieder dorthin zu kommen für ein Roussillon Update sozusagen!

00:01:12: Was sich dort erlebt und probiert habe davon handelt diese Folge.

00:01:16: Diesmal hab' ich keinen Gast hier bei mir im Podcaststudio aber dafür kommen gleich mehrere Menschen aus dieser herrlichen Weinlandschaft in Südfrankreich zu Wort die vor Ort getroffen haben.

00:01:25: Freut ich also auf eine Sonderausgabe von Die Letzte Flasche mit Unterstützung vom Branchenverband der Russion Weine.

00:01:51: Das Basislager unserer Reise war die charmante Hauptstadt des Russiens Perpignan.

00:01:56: Aber dorthin musste man erst mal kommen, ihr habt es vielleicht auch auf meinen Social Media Kanälen gesehen.

00:02:02: Perpignon hat zwar einen kleinen Gluckhafen aber keine direkten Verbindungen nach Deutschland und deshalb ging das erstmal für mich nach Barcelona und von dort in zweieinhalb Stunden Fahrt mit dem Auto nach Norden Richtung Frankreich.

00:02:17: direkt noch mal klargemacht hat, wo wir uns befinden.

00:02:20: Es ging nämlich durch die spanische autonome Gemeinschaft Katalonien an der Costa Brava hoch Richtung Norden und über den Hauptkammern der Pyreneen auf die französische Seite ins Departement Pyrenee Oriental, wo bis heute eine katalonische Identität gepflegt wird, die gelb-rote Regionalflagge weht und wo neben Französisch auch noch Katalan gesprochen wird Was nicht verwunderlich ist, denn in früheren Jahrhunderten war die Region dies und jenseits der Berge eins.

00:02:49: Nämlich das Fürstentum Katalonien.

00:02:51: Das Russio gehört nämlich erst seit dem siebzehnten Jahrhundert genauer gesagt seit sixteenhundertneunfünfzig zum französischen Staatsgebiet.

00:03:00: wie diese katalonische Identität auch bis in den Weinbau ausstrahlt, das vertiefen wir gleich.

00:03:06: Aber jetzt kommt erstmal der Moment an dem ich hierbei die letzte Flasche etwas ins Glas bekomme und von dieser Tradition weiche ich jetzt nicht ab nur weil mir heute kein Gast gegenüber sitzt.

00:03:16: Ich habe mich für ein Weingut entschieden dass mich auf dieser Reise mit am stärksten beeindruckt hat.

00:03:22: Es stellt einen Rotwein her den ich so aus dieser heißen trockenen Ecke Frankreichs nie erwartet hätte.

00:03:30: Ich spreche vom noch recht jungen Bio-Weingut Torre de Mer margeant und von ihrem Wein Sinopia.

00:03:37: Den gieße ich mir jetzt erstmal ein.

00:03:44: Ja, Sinopia!

00:03:45: Ein rein sortiger gräner Schnoir.

00:03:48: Ein Wein der eine unglaubliche Frische und Leichtigkeit ins Glas zaubert.

00:03:54: Ich riech nochmal rein... ja Kirschen.

00:03:57: Schwarze Johannesbeeren Himbeeren.

00:04:00: Dazu auch so erdigwürzige Komponenten Und wenn man probiert, ja also am Gaumen eine ganz kühle rote Frucht.

00:04:12: Also wieder reife Sauerkirchen bisschen Grenadine, pfeffrig aber auch kreutrig so was wie Thymian, Rosmarin, ein ganz animierender Wein.

00:04:23: Sinopia heißt übrigens ein orange-rotes Pigment das seit der Antike für die Skezierung von Fresken verwendet wird.

00:04:31: Der Wein wurde von Hand gelesen und hatte nur sehr kurze Maischekontakt, wodurch sich das natürliche Aroma der Traube finde ich wunderbar erhalten hat.

00:04:40: Also er ist sehr saftig, sehr überraschend... ...und überraschen fand ich auch dass einer der beiden Winzer, nämlich Thomas Morgens, sehr gut Deutsch spricht!

00:04:49: Wovon ihr euch jetzt sofort überzeugen könnt wenn er seinen Weinberg bei Van Groh vorstellt?

00:04:55: Ja ganz genau, das bestimmt das einzige reines Kalkstein-Theor, das man im Russion hat Ein bisschen nördlich von Perpignan.

00:05:03: Schon in diese Bergen, die man Kobea nennt und das ist ein Ort wo es ein bisschen mehr gebirgisch, von der gibt's auch viel Schatten und man kann damit spielen um frischere Weine zu kriegen.

00:05:15: Kalk und eine leichte Höhenlage also.

00:05:18: Was Thomas aus diesem Terroir sonst noch so macht, dazu kommen wir etwas später.

00:05:22: los ging die Reise nämlich etwa zwanzig Kilometer weiter westlich in der Gemeinde Totavelle In der Appellation Maury wo wir die Domaine des Soulans besuchten.

00:05:32: Kathi und ihr Mann Daniela Fitt, die kauften dieses Weingut im Jahr zwei tausend zwei vom Vorbesitzer für den sie da bereits fünfzehn Jahre gearbeitet hatten kannten also die Weinberge schon.

00:05:42: Die Reben werden bereits seit neunzehntzwanzig biologisch bewirtschaftet, sind also bereits mehr als fünfzig Jahre frei von Chemie und der Name stammt von Sulan.

00:05:53: Das bedeutet südlich exponierte Hang.

00:05:57: Wir sind dann erstmal in die Weinberge gewandert, die sich so am Fuß des Chateaux de Caribus hangaufwärts ziehen – das ist eine alte Katagerfestung.

00:06:07: Und die Weinberge liegen in so einer Art langen Korridor und sind mit einheimischen, mediterranen Sorten bestockt.

00:06:13: Mit Grenage, die man ja hier in den Varianten schwarz-weiß-und grau kennt.

00:06:20: Carignan ebenfalls schwarz-, weiß- und roth-weiss-und-grau.

00:06:25: Und dann noch Syrah und Movedre – also die großen mediterraren Rebsorten.

00:06:31: Ja, und das sind steile trockene sehr steinige Tonschieferböden die viel Sonne abbekommen.

00:06:36: Und außerdem den Tramontana einen ständigen Wind von Nordwesten, der die letzten Reste von der Oberflächenfeuchtigkeit dann auch noch wegfächelt.

00:06:45: Trotzdem standen die Weinberge bei unserem Besuch Ende Mai in üppigem Grün und die Erklärung dafür lieferte Winzer Daniel.

00:06:56: Dieses Jahr haben wir Wasser.

00:06:58: Zuletzt gab es viel Regen, danach vier Jahre lang fast gar nichts.

00:07:03: Aber dieses Jahr hat es geregnet – die Reben sehen fantastisch aus!

00:07:07: Die Hügel sind grün und das freut

00:07:09: uns.".

00:07:10: Daniel freute sich auch, dass auf dem höchsten Pyreneengipfel bei unserem Besuch noch Schneelag, der erst ein paar Tage zuvor gefallen war ... sehr ungewöhnlich für die Jahreszeit.

00:07:20: und natürlich noch etwas mehr Wasser, das dann aufgetaut zu Tal rauschen wird.

00:07:25: Und auch den Reben zugutekommt.

00:07:27: Damit waren wir auch schon mittendrin in dem großen Thema im Roussillon – die Trockenheit!

00:07:33: Ich habe mir notiert ein normales Jahr bringt Kage fünfhundert bis sechshundert Milliliter Niederschlagprokordatmeter Zählt die Region.

00:07:41: Zwei Tausend Fünfhundertdreißig Sonnenstunden im Jahr, das sind satte drei Hundertzwanzig Sonnentage klingt erst mal herrlich.

00:07:49: und schon die Jahresdurchschnittstemperatur liegt hier unten im südlichsten Winkel Frankreich.

00:07:53: bei warmen siebzehn Grad Im Sommer kann das Thermometer auch auf unerträgliche vierzig Grad hoch schnellen Und im Herbst und Winter bleibt es angenehm mild Für Urlaub in den Randzeit natürlich toll für die Landwirtschaft eine riesige Herausforderung.

00:08:08: Kathi und Daniel haben uns mehrere vertrocknete Kirschbäume und Eichen gezeigt.

00:08:13: Die stehen so wie bräunliche Mahnmale inmitten der Garik, also diesem immer grünen niedrig wachsenden Dickicht aus aromatisch duffenden Kräutern und anderen Sträuchern das um die Rebzahlen drum säumt und typisch ist für diesen mediterranen Raum.

00:08:28: Und diese Kirschen und Eichen sind in den letzten brutalen Hitze-Sommern buchstäblich eingegangen.

00:08:47: Die Rebe lebt, sie reguliert sich.

00:08:49: Sie hat tiefe Wurzel und wenn es kein Wasser gibt produziert sie eben nicht viele Trauben.

00:08:54: dann ruht sie sich aus Und wir passen unsere Arbeit im Weinberg an diese Bedingungen an.

00:08:59: Wir halten die Triebe relativ kurz, wir wollen vermeiden dass die Rebe zu viel Laub bildet.

00:09:04: Wir haben dann zwar weniger Trauben aber wir bringen die Reben damit durch schwierige Jahre und müssen uns keine Gedanken machen über zu wenig Wasser.

00:09:21: Daniel ist auch dazu übergegangen, bestimmte alte Klone nachzuflanzen die weniger Laub bilden.

00:09:27: Er ist aber auch froh über den guten Humusgehalt im Boden der sich eben nach über fünfzig Jahren Ökobilwirtschaftung auf diesen Rebbergen gebildet hat und was mithilft dann den Wasserhaushalt zu regulieren.

00:09:38: Den Weinberg einfach bewässern das ist für Daniel nämlich keine Option.

00:09:44: Das ist nicht möglich.

00:09:45: unsere sechzehn Parzellen liegen alle weit verstreut Und es wäre einfach nicht nachhaltig.

00:09:51: Wir brauchen schon enorm viel Wasser im Keller, um einen Liter Wein zu machen, braucht das fast drei Liter Wasser auch noch die Weinberge zu bewässern und das wäre einfach nichts drin.

00:10:01: Ja und mindestens genauso gefährlich wie das fehlende Wasser sind, die vielen Wildtiere – die Rehe, die die Knospen abknabbern und die Wildschweine, die sich an den Traubensat futtern.

00:10:12: Nach unserer Wanderung haben wir dann natürlich ein paar Weine von Domendes Sulan verkostet.

00:10:18: Besonders gut gefallen hat mir ihr weißer Viaiviniere, also aus mehr als sechzig Jahre alten Reben.

00:10:24: Zur Hälfte Grenache Gris und zur Hälftekarinion Gris.

00:10:27: Der hat ganz fein nach weißen Blüten und Steinfrüchten geduftet Und bei den roten war die Handschrift von Daniel auch unverkennbar.

00:10:35: Betonausbau, wenn überhaupt nur gebrauchtes Holz so ein bisschen zur Abrundung, akzent ganz klar auf Spannungen und salzige Frische und Gratlinigkeit.

00:10:44: Mein Favorit war da der Kajarouscht, einen rein sortiger Carignan, den Daniel aus drei Parcellen selektioniert und dem seinem Duft nach den Kräutern der Garik mit seinen Cassisnoten aber mit so einer fleischigen Komponente und seinen knackigen Tanninen bei mir voll und ganz angekommen ist.

00:11:02: Und dann gab es da auch noch den ersten Süßwein dieser Reise, der Granatrote Maury mit ungefähr sechzig Gramm Restzucker.

00:11:10: Der entspricht perfekt dem klassischen Stil eines Maury.

00:11:14: Einerseits eben eine sehr lebendige Frucht und ne saftige nicht zu alkoholische Texture.

00:11:20: Ich weiß, man soll nicht immer alles vergleichen.

00:11:22: Aber so ein Maurice-Grenard entspricht in etwa einem Rubyport wobei ein Maurice meist etwas leichter ist nämlich nur so ungefähr fünfzehn bis sechzehnten Volumenprozent und die Restsüße der Trauben damit auch so ein bisschen natürlicher noch zur Geltung kommt.

00:11:37: Ja dann ging es weiter.

00:11:38: knapp zwanzig Kilometer und zwanzige Minuten östlich erreichten wir dann das erst zwei tausendzweiundzwanzig entstandene Weingut der beiden Jungen Winzer Romain Thaure de Mer und Thomas Morgens in Wengro.

00:11:51: Das Weingut, aus dem heute mal eine letzte Flasche stammt der Sinopia.

00:11:56: Romain ist gebürtig aus Wengrow.

00:11:58: Thomas, der so gut Deutsch spricht, stammt aus der Champagne.

00:12:02: Aber sein Opa hatte hier Weinberge genau wie Romance-Opa und die Trauben lieferten die beiden Opas ihr Leben lang eben bei der örtlichen Genossenschaft ab bis die Enkel dann irgendwann sagt ne lasst mal wir wollen selber Wein machen.

00:12:14: In den Jahren des Jahrhunderts haben sie ihre Weinbergen zusammen gelegt und in Romance Garage damit begonnen die ersten Weine zu produzieren Von Anfang an ökologisch.

00:12:25: Sie haben sogar einen Pferd namens Papillon, um die Erde zu flügen.

00:12:29: Danach sind auch ein zwei Weine benannt bei ihnen Im Mai im Jahr und in wenigen Monaten wurden sie direkt für sich tausend Flaschen los.

00:12:39: Damit hatten Sie jetzt erst mal nicht gerechnet, Sie dachten, Sie bräuchten da mindestens anderthalb bis zwei Jahre dafür.

00:12:45: aber es ging genau so rasant weiter und weil das so gut lief haben die beiden dann im Oktober im Jahr ist ein Hochmoderner Weinkeller zu bauen der im Sommer im Jahr oder im Jahr im Jahr war.

00:12:57: Und inzwischen sind sie bei einer Jahresproduktion von achtzigtausend Flaschen und damit beliefern Sie fast dreißig Sterne Restaurants und andere Gastrokunden.

00:13:07: Da haben wir uns natürlich gefragt, was ist denn das Erfolgsgeheimnis dieser beiden?

00:13:11: Eines habe ich euch ja schon am Anfang verraten ein ziemlich einmaliges Terroir also reiner Kalkstein im Boden und durch die nahe Bergkette der Corbière –das ist so eine Vorgebirge der Pyreneen– ist da eben selbst im Sommer mehr und früher schatten als an anderen Orten.

00:13:27: Und beides zusammen beste Voraussetzungen, um eben frische Weine mit einer präsenten Säure zu machen.

00:13:33: Denn das ist ihr Ziel trinkige Weine!

00:13:36: Man sucht eigentlich eine Flasche die man leer trinken kann und ja das kommt aus der Säurung, also diese Säuren haben wir ich denke... Dank unserem Kalkstein Terror.

00:13:53: Aber dann ist auch diese Idee, Weine zu haben die nicht so viel Körper, die nicht zu dicht sind, um damit man dann ein zweiter Glas trinken

00:14:05: möchte.".

00:14:06: Beim Rundgang durch ihren wirklich blitzsauberen Keller fielen uns dann die vielen Stahltanks auf.

00:14:12: Klar mit strenger Temperaturkontrolle schaffen sie beiden es dass die Weine eben trotz der Frucht und Struktur, nicht fett werden, sondern eben schlank und präzise bleiben.

00:14:25: Als Roma und Thomas anfingen mit dem Weinmachen in ihrer Garage übrigens, da kamen bald ein paar Achtzigjährige aus dem Dorf vorbei und die wollten unbedingt ihre Weine probieren und meinten dann so, hm, die schmecken ja wie die Weine, die wir mit zwanzig getrunken haben!

00:14:43: Was die alten Herren denn damit gemeint hätten habe ich Tomar gefragt.

00:14:48: Ich denke, es gab diese Mode von Weine die ein bisschen mehr Körper hatten in den letzten zwanzig dreißig Jahren.

00:14:55: Vielleicht durch diesen Robert Parker Effekt.

00:14:59: Ja, also ich weiß nicht wie das früher wirklich war.

00:15:02: Aber kann mich gut vorstellen dass die Leute vielleicht weniger Holz benutzt hatten oder vielleicht weniger Matzerationszeit oder weniger Piage.

00:15:10: und ja... Die Idee ist hier zu empfangen.

00:15:13: Wir sind einfach unsere Trauben bei der Ante und wissen dass es... Also sie haben jetzt sehr viel Content drin Und man muss eigentlich auch nicht soviel extraieren um etwas Gutes zu haben.

00:15:28: Ja, das ist ein interessanter Punkt keine Pijage.

00:15:31: Also die verzichten darauf die festen Bestandteile der Meische also die Kerne, die Stielen und die Schalen immer wieder in den gehrenden Saft runter zu drücken.

00:15:39: Das macht man normalerweise um möglichst viel Farbe unter Nien zu extrahieren Und die beiden lassen das sein eben weil ihre Trauben für ihren Geschmack auch so schon genug mitbringen.

00:15:49: Was dabei rauskommt schmeckt man bei ihrem Synopia Der mich ja durch diese Folge begleitet auch ganz wunderbar raus.

00:16:00: Auf jeden Fall animierender Trinkfluss sehr samtig, sehr rund schön ausgewogen also lebendig seidig ist ein Wein der einerseits eben die frische der Frucht in den Vordergrund stellt und aber gleichzeitig auch so eine schöne aromatische Komplexität mitbringt.

00:16:14: Und die Liebe dieser beiden jungen Weinmacher zu frischen dabei aber komplexen Weinen die geht soweit dass sie sich zu einem weiteren ziemlich radikalen Schritt entschieden haben.

00:16:23: Sie pflanzen künftig nämlich nur noch weiße Sorten an.

00:16:27: Ja

00:16:27: weil erstmal Wir denken an echtes Weißwein-Terror haben, was ich gesagt habe mit diesem Schatten.

00:16:34: Also man kann wirklich diese Frische haben und es gibt fast die Hälfte vom Sautal wo man dieses Schatten hat und wo man eigentlich frischere Weine machen kann.

00:16:48: und die Weißtrauben funktionieren eigentlich ganz gut hier.

00:16:52: Besonders dieser Grenage Grönnach funktioniert allgemein in Russien.

00:16:57: Das ist bei uns grauen Weißgrönnash, aber auch diese Makabeo, dass man sehr viel Pinedes hat auf der anderen Seite der Grenze.

00:17:08: und in dieser Richtung versuchen wir auch neuere Reben zu pflanzen wie Czarello.

00:17:15: Bei uns gucken wir auch sehr viel auf die andere Seite von der

00:17:20: Grenzen.".

00:17:21: Und die weiße Czarrello?

00:17:23: Kennt man im spanischen Catalonien vor allem aus der Coverproduktion, aber sie wird eben immer mehr auch zu spannenden Stillweinen gekältert.

00:17:31: Die hat besonders kompakte Trauben mit sehr dickschaligen Beeren und einen hohen Gehalt an Antioxidantien die ihre Beeren profilen Krankheiten in Weinberg zu schützen scheinen.

00:17:42: Und dieser Blick über die Grenze dieser Austausch mit und das Lernen von den Kollegen in Catalonion Das ist mir im Laufe der Reise noch ein paar Mal begegnet.

00:17:50: Mir scheint das ziemlich klug zu sein, sich in Zukunft eben auf Rebsorten zu fokussieren die noch besser mit viel Hitze und Trockenheit auskommen.

00:17:58: Nicht alle können oder wollen diese Geduld auch bringen – das ist es auch klar!

00:18:02: Das ist uns bei dem Besuch aufgefallen.

00:18:04: zwischen den Rebzahlen von Omar und Thomas.

00:18:07: da tun sich immer neue Lücken auf weil andere Winzer ihre Parzellen aufgeben und sie dann ziemlich schnell verbuschen.

00:18:13: Thomas und Romain haben deshalb auch schon hundertfünfzig Pistazien, Oliven- und Jojoba Bäume in diese aufgegebenen Parzellen setzen lassen um das Landschaftsbild aufzulockern.

00:18:24: Auch die Verbuschung aufzuhalten und auch um ihre Trauben ein bisschen vor den allgegenwärtigen Wildschweinen zu verstecken.

00:18:32: was ich noch mitnehme.

00:18:33: Thomas ist optimistisch dass es auch in Zukunft noch Weinbau in diesem Teil des Rossignons geben wird.

00:18:39: Es gibt nämlich auch einige Akteure, die etwas Neues aufbauen wollen.

00:18:42: So wie er mit seinem Freund Romain vielleicht nicht mehr als Genossen aber dafür eben als unabhängige Einzelwinzer.

00:18:51: und nach diesen beiden Winzerbegegnungen ist es jetzt mal Zeit für ein bisschen Geologie habe ich mir überlegt.

00:18:58: Ich beschreibe euch mal ein bisschen die Topografie dort.

00:19:01: ihr müsst euch das Rossillon so ganz grob als eine Art am Viehtheater vorstellen, dass sich zum Mittelmeer öffnet und rundherum von Bergen umstellt ist.

00:19:09: Und dessen Bühne die fruchtbarative Ebene von Perpignan ist.

00:19:14: Im Norden da sind eben die kalkreichen Caubières, die das Rossillon dann ziemlich scharf vom Longuedoc abgrenzen.

00:19:21: im Westen tront der majestätische bei unserem Besuch eben noch schneebedeckte Canigou.

00:19:27: als Teil der Pyreneen Hauptkette, der das Tal auch optisch sehr stark dominiert sieht man von überall den Canigous.

00:19:34: Im Süden wird dieses Theater durch die Ausläufer der Alderberge geschlossen, die an der Kurt-Wermey direkt ins Mittelmeer eintauchen und dann so die natürliche Grenze nach Spanien bilden.

00:19:46: Erst im Osten öffnet sich diese gewaltige Arena vollständig, nämlich da wo die Reben zum feinen Sandstrand des Mittelmeers abfallen.

00:19:56: Wie sieht es mit den Böden aus?

00:19:57: Ihr könnt euch vorstellen in den Jahrmillionen der Erdgeschichte war der Boden hier besonders stark in Bewegung.

00:20:03: Erich Aracil ist der stellvertretende Direktor und Exportmanager von Russien & Wein, aber vor allem ist er ein glühender Lokalpatriot.

00:20:12: Der arbeitet schon seit über dreißig Jahren für den Weinverband, kennt jede und jeden.

00:20:25: Als sich die Pyrenäen hochgeschoben haben, wurde der Boden dort ganz schön durcheinander gebracht.

00:20:30: Die oberste Schicht aus Schiefer ist dabei kaputt gegangen und darunter kamen andere stark veränderte Gesteine wie Kneis zum Vorschein.

00:20:38: So ein Kneis entsteht tief in der Erde wenn andere Steine durch großen Druck und große Hitze umgewandelt werden.

00:20:45: Danach haben Regen und Wind das Ganze weiter abgeschliffen.

00:20:51: Deshalb gibt es eben dort heute ganz viele unterschiedliche Böden auf kleinster Fläche und das ist richtig gut für den Weinbau.

00:21:16: Genauer ansehen konnten wir uns das in der Gemeinde Thérats, etwa dreizehn Kilometer südwestlich von Perpignan auf einem Hochplateau.

00:21:23: Auf etwa zweihundertfünfzig Metern über den Meeresspiegel wo viele über hundert Jahre alte Buschreben zu finden sind.

00:21:30: Man sagt Busch-Räben oder auch Goubélé also Becher oder Kälche auf Französisch und damit ist gemeint dass die Rebe ohne so unterstützende Drahtrahmen spaliere wachsen kann wie ein kleiner becherförmiger Strauch.

00:21:43: eben Im Sommer wachsen die grünen Triebe nach oben und die bilden dann so eine dichte, buschige Krone.

00:21:49: Die, die Trauben im Innern des Becher umschließt und so eine Art natürliches Sonnensegel bildet.

00:21:55: Der Vorteil liegt eben drin ja es ist gut beschattet.

00:21:58: Nachteile ist, Lese ist schwierig alles muss von Hand gepflegt werden, nimmt man da noch den geringen Ertrag könnt euch vorstellen dass ich auf diese Weise nicht gerade die allerbilligsten Weine machen lassen.

00:22:09: Aber wir wollten ja aber den Boden sprechen, also der Boden hier ausgesprochen bunt.

00:22:14: Ohne viel zu wühlen findet man oder sagen wir besser findet Erik auf wenigen Zentimetern eine wilde Mischung.

00:22:41: Wir haben hier eine ziemlich wilde Mischung.

00:22:43: Kalkstein, etwas Rötliches und viele kleine Stücke von verwittertem Schiefer.

00:22:49: Das ist auch dieser blättrige graue Schiefe aus sehr alter Zeit.

00:22:53: Hier sieht man pinken Marmor daneben Kalsit – das wirkt fast für kleine Blätter.

00:22:58: Der graue schiefer sorgt später im Wein für mehr Feinheit und eine klare Struktur.

00:23:03: Und hier ist Eisenoxid auf einem Stück Gneis.

00:23:07: Und da drüben sieht es schon wieder ganz anders aus, mit Mangan.

00:23:14: Ja und mindestens genauso spannend wie die Welt der Steine ist die Natur, die auch hier die Reben umschließt, die Garig typisch für den Mittelmeerraum.

00:23:22: Erik hat das dann auch noch mal erklärt.

00:23:36: Hier seht ihr die Gargiga Da wächst vor allem Zistrose, das ist eine Heilspflanze.

00:23:42: Außerdem findet man wilden Pfeffer, Rosmarin, Wacholder und ein paar Olivenbäume die neu gepflanzt wurden.

00:23:49: Dazu kommen Bäume mit viel Harz, die von der Regierung gesetzt werden damit die Landschaft wieder etwas vielfältiger wird.

00:24:07: Ja, leider gibt es ja noch keinen Geruchspotcast.

00:24:09: Sonst hätte ich euch zu gerne mal eine Brise dieses wunderbar würzigen Duftes darüber geschickt, der einen sofort in diese südlichen Gefilde biehmt – einfach herrlich!

00:24:19: Und weil wir schon bei Düften und Aromen sind ist das eine gute Gelegenheit jetzt endlich auch einmal ein paar Worte über die Küche des Rossignons zu verlieren….

00:24:28: Die ist, könnt ihr euch denken natürlich stark militärangeprägt.

00:24:31: Also es gibt natürlich Knoblauch Tomaten Oliven Oliwenöl und Kräuter wie Thymian und Rosmarin Und der katalanische Einfluss ist deutlich spürbar.

00:24:41: Ich würde also sagen das ist wahrscheinlich die französisch aller spanischen Küchen oder die katalanischste Küche Frankreichs.

00:24:49: Das erkennt man schon beim Apparitiv.

00:24:51: Da wird gerne ein Parm-Tomakett serviert, ein köstliches geröstetes Tomatenbrot auf katalanischer Art.

00:24:59: Dafür wird eine rohe Knoblauchzee über eine in der Pfanne angeröstete Scheibe Brot gerieben und dann reibt man wirklich reife Tomaten drauf so dass der Sachtschön einzieht.

00:25:10: noch bisschen Salz dazu fertig.

00:25:12: So ein Tomatenbrot und eine Scheiberrohr schinken einfach einen Genuss.

00:25:17: Fische und Meeresfrüchte gehören selbstverständlich auch zur Küche des Roussillons.

00:25:20: Na klar, Sardinen aber auch Austernmuscheln und anderes aus dem nahen Mittelmeer.

00:25:26: Direkt am ersten Abend kam wir dann in Perpignan in der klassischen Brasserie im Café Vienne in den Genuss einer Chougette-Mägre Auch Chouguette de Paiche genannt, dass es so ein traditioneller katalanischer Fisch eintopft und der Begriff Mägre bezeichnet den Umbafisch.

00:25:44: Der ist ein festes Fleisch, so ein bisschen an Wolfsbarge erinnert.

00:25:47: Der Fisch kam in Portionsstücken zusammen mit einer Riesenganele und paar Muscheln das ganze Schwamm in so einer sämigen Sauce aus Zwiebeln Knoblau und Tomaten und mit geschmorten Kartoffelscheiben.

00:26:01: Getrunken haben wir dazu Ancle Jules von Weingut François Jubère.

00:26:06: Das war so ein kräftig schmelziger weißer Grenage, der mit diesen doch starken Aromen des Eintoppes wunderbar zu Recht gekommen ist.

00:26:14: Große Fleischpatzen bekam man natürlich auch serviert.

00:26:17: Klar, wir sind in Südfrankreich entweder ganz rustikal auf dem Weingut, auf einem Feuerchen aus alten Rehpols gegrillt oder etwas verfeinerte Im Le Divil in Perpignan das immer mal wieder als eines der besten Fleischrestaurants Frankreichs gehandelt wird und neben dem mächtigen Grill auch einen beeindruckenden Dry Aging Schrank vorzuweisen hatte.

00:26:38: ja und da bekamen wir ein wirklich Telewohnbuch dickes Butterzart gegrilltes Kotelet vom Iberico Schwein zusammen mit etwas schlonziger Polenta.

00:26:49: Ein Teller, der förmlich nach so einem ganz breitschulterigen roten Schrie und auch einen bekamen nämlich... den Léonceterras von der Domaine La Farge.

00:26:58: Das ist mit fünfhundert Hektaren das größte privat geführte Weingut der Region.

00:27:03: und die elfterrassen Léons Terras, das ist so eine superdichte konzentrierte auch vom opulentem Holzeinsatz geprägte QV aus Grenage-Cyrot & Carrignon aus dem besten Skifahrsteilagen.

00:27:16: Und ich habe es geliebt wie dieser Wein durch dieses fette reichhaltige Essen geschnitten hat.

00:27:22: Bei Süßigkeiten, bei Süßspeisen denkt natürlich jeder in Katalonien an Crema Catalana.

00:27:27: Aber ich habe hier auch eine der perfektesten Mousse-Schokolade meines Lebens genossen die mit Olivenöl und Salzkristallen noch verfeinert war.

00:27:36: Leider kam sie direkt im Anschluss an das Telefonbuch dicke Schweinegottlet auf den Tisch so dass ich sie nicht ganz aufessen konnte.

00:27:45: Zu diesem Schokoladen Dessert gab es noch einen Rivsalte-Ambret-Ordage von Lavage, also einen bernsteinfarbenen oxidativ ausgebeuten Süßwein auf grener Spasis.

00:27:57: Wie der gemacht wird dazu gleich mehr.

00:27:59: deshalb sage ich an dieser Stelle nur dass er sich mit seinen Aprikosen und Kaffee herum bestens an diese Schokomus angeschmickt hat und wirklich köstlich schmeckt.

00:28:09: Und dann ist mir noch ein sehr ursprüngliches Gebäck über den Weg gerollt.

00:28:13: Nämlich die Rookie, das sind etwas krümelige ringförmige Kekse mit Zitronen oder Anisaroma und einer zarten Zuckerglasur oben drüber.

00:28:23: Ursprünglich wurden sie wohl von Wanderhändlern hergestellt und verkauft.

00:28:28: Die haben diese dicken Kringel an einem kleinen Holzstab aufgehängt präsentiert.

00:28:34: In Spanien heißen sie wohl Rosquillas, von spanisch Russka, Kranz oder Ring.

00:28:39: Und die Enselbe Iyas macht daraus eben ein kleines Rad und einen kleinen Kranz.

00:28:45: Bevor ihr jetzt denkt, oh das ist aber alles auch sehr traditionell.

00:28:49: im Perpignon gibt es auch einige Restaurants, die spielerischer moderner und etwas leichter kochen.

00:28:55: Besonders gut gefallen hat mir das im Lasar Escagel mitten in der Altstadt.

00:29:00: Der erst vierundzwanzigjährige Küchenchef Charles Lagrange hat in einem zwei Sterne-Restaurant in Paris gelernt und fährt hier so ein Casual Fine Dining Konzept, wo er eine Makrele auch schon mal mit Erdbeere und Gurke zusammen kombiniert zu so einem wirklich frisch süßsäuerlichen Match das dem salzigen Fisch sehr gut Kontra gibt.

00:29:20: Und für Gerichte wie dieses hat der bereits einen Bib Gourmand vom Michelin erhalten und es wird mich nicht wundern wenn der Mann auch früher oder später nach den Sternen greifen würde.

00:29:31: Aber damit erstmal genug zum Thema Kulinarik.

00:29:34: Jetzt kommen wir zu einem wirklich großen Thema im Roussillon, den Vendou naturell also den süßen gespriteten Liqueurweinen.

00:29:42: Knapp zwanzig Prozent der Produktionen in Russien entfallen auf dieser Art von Süßwein.

00:29:47: das entspricht aktuell pro Jahr vier Komma sieben Millionen Litern also eine ganze Menge wenn man sich das mal zusammen vorstellt.

00:29:55: stilistisch gibt es da eine große Vielfalt fruchtige, ohne Oxidation.

00:30:01: Aber auch Vendou naturell mit Oxidion, dann heißt er ombre oder tuile und die Vendoux naturell sind ganz schön komplex und an sich ein Thema für einen eigenen Podcast.

00:30:12: deshalb beschränke ich mich hier wirklich auf das wichtigste.

00:30:16: Einen guten Überblick haben wir bekommen bei unserem Besuch in der Winzergenossenschaft Terrasu in Burg einer kleinen Gemeinde in der Appellation Aspre.

00:30:25: Die Genossenschaft wurde schon neunzehnhundertzweiunddreißig gegründet und macht natürlich auch trockene Weine.

00:30:30: Und ziemlich gut er sogar, aber ihr Stolz das sind die Süßweine.

00:30:34: sie produzieren Sie mit der Herkunftsbezeichnung Rief-Salt.

00:30:38: Guillaume Carreras heißt der Chef der inzwischen noch seventy drei Genossen die zusammen ungefähr siebenhundert Hektar Replant bewirtschaften und ihn habe ich gefragt was eigentlich das spezielle an den Süßveinen des Russions ist?

00:30:59: Das Spezielle daran ist die Mutage.

00:31:04: Arnaud de Villanova, ein Arzt hier aus dem Roussillon hat das Verfahren vor über achthundert Jahren erfunden.

00:31:10: Wir stoppen die Gärung mit reinem Alkohol um einen Süßwein zu erhalten.

00:31:15: Danach kommt der Wein in einen Tank, um sich etwas zu setzen bevor er dann weiter ausgebaut wird.

00:31:20: Es geht um eine kontrollierte Oxidation.

00:31:23: Wir machen das in Holzfässern die wir über viele Jahre lagern um etwas Besonderes zu kreieren.

00:31:37: Ja, sechshundert solcher Fässer reifen bei den Genossen von Terrasu und jedes Jahr kommen allein bei ihnen zweihunderttausend Liter des süßen Stoffs auf dem Markt.

00:31:55: Die Fässa lagern wir bei uns oben auf unseren Beton-Tanks quasi direkt unter dem Dach also dort wo es besonders warm ist.

00:32:03: Es ist eine Art Solära System aber eben drinnen.

00:32:07: Unsere Besonderheit ist, dass wir die Weine nicht verdünnen indem wir neuen Wein dazugießen.

00:32:12: Sondern wir lassen die Verdunstung zu.

00:32:14: Wir verlieren etwa ein bis zwei Prozent des Weins pro Jahr einfach durch Verdunstungen.

00:32:22: Ja und das ist dann der berühmte Anteil der Engel La Parlesange und den riecht man auch deutlich wenn man im Fasslager der Genossen herumstreift.

00:32:31: also die Weinen reifen lange Kontakt mit Sauerstoff und schmecken dadurch extrem komplex.

00:32:37: Also einerseits nach reifen süßen kandierten Früchten, feige Dattel, Rosine, getrocknete Aprikose, Orangenschale aber auch nach würzigeren Röstaromen, Karamell, Waldhonig, Kaffee, Mokka, Kakaotabak so was in die Richtung Zimt- und Gewürzenelke.

00:32:55: Man sagt auch, diese Weine entwickeln eine Ranzionote.

00:32:58: Das hat nichts mit Ranzicht zu tun sondern mit feinen oxidativen Tönen die an Walnuss, Mandeln und altes Holz erinnern.

00:33:05: Im Mund sind diese Weinen ölig und viskos und haben sehr langen warmen Abgang.

00:33:10: Je nachdem wie lange die Wendou naturell in den Fässern reifen werden sie in höhere Qualitätsstufen einsortiert.

00:33:18: Ordage das ist französisch für außergewöhnlich Alt oder Unalter.

00:33:22: Und dann noch spezielle Jahrgangsabfüllung.

00:33:25: Guillaume erklärt die beiden Kategorien ganz einfach.

00:33:42: Unsere Spezialität sind die Rivesalt der Kategorie Ordage.

00:33:46: Bei uns sind sie sechs, zwölf und achtzehn Jahre alt.

00:33:50: Wobei das Mindestangaben sind –

00:33:51: d.h.,

00:33:52: die Weine haben jeweils Minimum sechs, Zwölf oder achtzehnt Jahre im Pass gelegen.

00:33:57: Darüber liegen noch die Jahrgangs-Rivesalts.

00:34:00: Der älteste bei uns stammt von nineteenhundertvier und siebzig Also ein Wein der über fünfzig Jahre im Keller gereift wurde.

00:34:14: Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass aus dieser Zeit noch Weine da sind und nicht schon längst ausgetrunken?

00:34:24: Historisch haben unsere Vorgänger diese Weine bei großen Erntemengen gemacht, einfach beim Teil die Gehrung gestoppt und ins Fass gelegt.

00:34:32: Als Süßwein ließ er sich gut aufbewahren.

00:34:34: Später ist uns dann klar geworden man braucht nicht nur eine große Ernte sondern auch gute Qualitäten um tolle Süßweiene zu machen.

00:34:42: Deshalb haben wir heute Sprünge zwischen den Jahrgängen ... und dann kommen schon... ... und diese drei älteren Herrschaften, sage ich mal, hat Guillaume uns dann netterweise auch noch zum Probieren eingeschänkt.

00:34:59: Und alle drei waren absolut einzigartig!

00:35:02: Aber mir hat der Zwei-Tausender am besten gefallen.

00:35:05: Der hatte so vegetale Noten also sowas wie grüne Kaffeebohne und Demisbel,... ...dann auf was Herbes wie Quitte aber auch... Etwas Asphaltartiges und darüber noch Süße.

00:35:18: So etwas wie eingekochter, fast schon karamellisierter Orangensaft.

00:35:21: Ein großartiger Wintertree-Salt den es bei den Genossen von Terrasur für etwas mehr als sechzig Euro zu kaufen gibt.

00:35:28: Ein extrem fairer Preis für ein solches Produkt finde ich.

00:35:33: Dass der nicht teurer vermarktet werden kann liegt vermutlich an mehreren Faktoren.

00:35:37: einerseits an der Kombination aus hohem Alkohol und Restzuckergehalt.

00:35:41: das wird schon sehr mächtig.

00:35:43: Dann gibt es eben eine große historisch gewachsene Überproduktion und generell ist die Nachfrage nach traditionellem Süßwein heute eher gering.

00:35:52: Ich meine fast euch mal in eurer eigene Nase, wie oft trinkt ihr Süß Wein?

00:35:57: Mein Tipp für Euch wäre aber auf jeden Fall!

00:35:59: Wenn Ihr bei Eurem Weinhändler so ne Bernsteinfarbene Flasche Rief Salt au Bré seht, nimmt Sie mit – damit könnt Ihr nichts falsch machen.

00:36:07: Zu blau Schimmekäse sind sie eine unschlagbare Kombi, weil die Süße des Weins die Salzigkeit und Schärfe von so Sachen wie Rockfort, Gorgonzola oder Stilton perfekt ausbalanciert.

00:36:19: Aber auch zu einer Gänse- oder Entenpastete zur Krosserente oder gegrillten Schweinebauch kann ein Riffsalte funktionieren.

00:36:26: Die Säure und der Alkohol schneiden ganz gut durch die Fettstruktur während dieser Ranzioaromen dann noch die Fleischwürze unterstreichen.

00:36:35: Nach so viel Süße habt ihr euch eine Erfrischung verdient und die gibt es jetzt.

00:36:40: Am letzten Tag unserer Reise ging es nämlich direkt ans Mittelmeer nach Kanä, wo Ende Mai die ersten schon die Bade-Saison eröffnet haben.

00:36:49: Für uns war allerdings nach fünf Minuten die Zehen in den Sandstecken schon wieder Schluss mit Strand.

00:36:54: Der nächste Winzer wartet nämlich schon Marc Benais, der in fünfter Generation das Chateau desospis im Herzen von Canier-Rossillon führt eigentlich ein landwirtschaftlicher Mischbetrieb, der auch Atti Schocken produziert, Aprikosen für sich und Tomaten aber eben auch Weintrauben.

00:37:11: Der Keller befindet sich in einem wirklich wunderschönen Gebäude von eighteenhundertdreihensechzig, einem der ältesten des Russiens und er ist mit Rät gedeckt aus dem Schilfgürtel des Nahen Meeres.

00:37:22: So ein Weinkeller Dach hatte ich auch noch nicht gesehen.

00:37:26: Die Reben wachsen bei Chateau des Suspies auf tiefgründigen Tonski-Verböden ganz nah am Mittelmeer und mit nahmeinig zwei Autominuten vom Strand.

00:37:36: Immerhin sagt Marc schwanken die Temperaturen zwischen Tag und Nacht doch erheblich, weil nachts eine kühle Brise vom Meer landeinwärts fächelt.

00:37:44: Deshalb plant er auch seine Weißweine noch ein bisschen näher ans Meer zu pflanzen um ihre Frische zu erhalten.

00:37:50: Ansonsten experimentiert er mit hitzebeständigeren Rebsorten wie der Marcelin einer Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und der eh schon hitsere Sistentengrenner-Schnoir Und er bewässert sein Reben.

00:38:03: Auch wenn ihm klar ist, dass der Krampf ums Wasser hier direkt am Meer ja noch ein bisschen gnadenloser ist als anderswo in der Region vor allem durch die vielen Touristen in den Sommermonaten, die dann irgendwie dreimal am Tag duschen wollen.

00:38:15: Darum setzt sich Marc auch für ein interessantes Wasserrückgewinnungsprojekt ein.

00:38:20: Die Stadt plant eine Kläranlage zu bauen und mit dem Grauwasser das sonst ungenutztes Meer geleitet würde Zweihundertfünfzig Hektar landwirtschaftliche Flächen zu bewässern.

00:38:30: Klar ist, auch Mark macht die Hitze der letzten Jahre zu schaffen.

00:38:34: Die Erträge sind bei ihm um fünfzig Prozent gesunken und während wir seine herrlich zugänglichen Rotweine probieren durften habe ich die Gelegenheit genutzt gegen Schluss der Reise noch ein wenig Systematik in meine Aufzeichnungen zu bringen und deshalb habe ich mark gebeten mal einen wenig über die wichtigsten Rebsorten der Region zu sprechen.

00:38:52: Angefangen haben wir mit der Grenache.

00:38:55: Neben der dunklen Grenache noire gibt es ja auch noch die Mutationen, Grenache grie und Grenache blanc.

00:39:00: also Marc was magst du an

00:39:03: ihr?

00:39:13: Grenage eignet sich für wunderbare Süßweine, aber sie ist auch die typische Rebsorte hier in der Region.

00:39:19: Sie ist sehr mediterran und mag die Sommerhitze.

00:39:22: Sie kann mit Trockenheit umgehen.

00:39:24: Wir können viele Weinstieler aus hier erzeugen.

00:39:26: Sehr schöne trockene Weißweine, auch im Blend mit anderen Weißen.

00:39:31: Rosé aus Grenache und Schöne Rote.

00:39:33: Die Grenache braucht Böden auf denen sie etwas leidet.

00:39:36: Steinige Böde und hohe Temperaturen.

00:39:38: Da kommen reife Weine mit soften Tanninen heraus.

00:39:41: Vielleicht etwas alkoholisch aber wunderschöne Wein.

00:39:53: Ergänzen weine, die nach roten Steinfrüchten schmecken.

00:39:56: Nach Kirschen und Pflaumen und richtig rund und soft werden.

00:40:00: Marc hatte es ja eben schon angedeutet ... Die Grenache liebt es mit anderen Rebsorten verschnitten zu werden hier im Russien, vor allem mit Carignan oder Syrah oder Chiras wie die Spaniers sagen.

00:40:22: Ich liebe Syrah.

00:40:23: Wenn wir sie mit Grenache verschneiden, bringt Syrah die Tannine mit und die Struktur in den Wein – und Grenache steuert die Frucht bei!

00:40:31: Und die Carignon ist auch eine historische Rebsorte des Roussillons.

00:40:35: Auf dem richtigen Boden und beim niedrigen Erträgen bringt sie sehr fruchtige Weine hervor.

00:40:40: Wir vergehren den Carignan unter Zugabe von Kohlendioxid,

00:40:44: das

00:40:44: nennt man Masseration-Karmonik.

00:40:46: Dabei entstehen sehr intensive fruchtige Weiche und Säure am Aromen.

00:40:51: Dann habe ich einen weiteren fruchtigen Fruchtigengang.

00:40:54: Ich

00:40:57: würde

00:41:04: noch anfügen Ich mag an Carrignon diese würzigen Garricknoten und beim Syrah, wenn er diese Lakritz- und Pfeilchenaromatik zeigt.

00:41:13: Fehlt noch eine große Rotweinsorte der Region nämlich der Movedre.

00:41:18: Und dieses Puzzlestück fanden wir bei unserem allerletzten Besuch auf der Maasbo, einem alten katalanischen Farmhaus in mitten von Weinreben das Sargespoe, zusammen mit seiner Frau Marie Pierre gekauft hat.

00:41:32: Und zwar im Alter von fünfzig Jahren nach einer Jugend auf dem Rugbyfeld und nach einer Karriere in der Glaszulieferindustrie, da wurde dieser Mann plötzlich Winzer.

00:41:42: Heute ist er achtundsiebzig – immer noch aktiv – auf den zwölf-einhalb Hektar die zu seinem Betrieb gehören und denen die beiden mit viel Geschmack und Liebe zu den Details wirklich in ein echtes Paradies verwandelt haben.

00:41:56: Kein Wunder dass sie für ihr Weingut auf TripAdvisor dauern Topbewertungen einheim sind!

00:42:01: In den Rebzahlen auf die Gnadenlust, die Mittagssonne vom Wolkenlosen Himmel war runterbrannte haben wir auch mit Sarsch Tachelist über den Klimawandel gesprochen.

00:42:10: Sarsche setzt auf Ertragsreduzierungen und auf gutes Laubmanagement und er sagt im Keller Temperaturkontrolle ist das A&O aber all das reicht noch nicht.

00:42:21: Er hat schon vor einigen Jahren einen Teil seiner Sierra-Reben auf Gerello umveredelt, weil er überzeugt ist dass eben diese weiße aus Katalonien besser in die Hitze Zukunft passt als der rote.

00:42:32: Der frische twenty-fünfe Jahrgang den er daraus kältert kommt mit vieler leichten elf und ein halb Prozent daher und ist so'n perfekter Begleiter für den Nachmittag am Meer.

00:42:42: aber weil die Rebsorte nicht offiziell zugelassen ist muss er ihn als Landwein von dem Côte de Catalan etikitieren.

00:42:49: Ein Rosé produziert Sarge auch keinen Schwimmbadwein, wie er betont.

00:42:55: Sondern einen Essensbegleiter, den er als Saftabzug von der Presse geholt hat und lange im Kontakt mit den Feinhofen gelassen hat, wodurch er Kraft und Säure und Saft mitbringt und ganz wunderbar zu der Pastete aus Schweine- und Entenleber passt die seine Frau uns als Mittagssnack auf den Tisch gestellt hat.

00:43:13: Bei den Roten.

00:43:14: dann wird aber sehr schnell klar woran Sarges Herz hängt nämlich am Movedre!

00:43:20: Er baut ihn rein sortig aus und nennt seine Lieblings-Küvee Mataro Boy.

00:43:25: Mataro ist nämlich das katalanische Synonym für Morvedre, der Beu auf dem Etikett mit dem Rackbiball im Arm.

00:43:32: Das ist er selbst ein altes Zeitungsfoto aus den neunzehnten Sechzigerjahren.

00:43:36: Und jetzt schwärmt der Mataroboy ein bisschen von seiner Herzensorte.

00:43:40: – Asse simplement!

00:43:41: Ich würde sagen, dass der Morvedr, die prinzipielle Sache ist, Movedre muss reif gelesen werden.

00:43:53: Die Kerne dürfen nicht mehr grün sein, sondern braunen.

00:43:56: Er kann sehr reif werden und dann auch sehr viel Alkohol produzieren bis zu sechzehn Prozent.

00:44:02: aber wenn sie ihn dann probieren findet man ihn nicht alkoholisch.

00:44:06: Deine Art Extrakt Fülle, Substanz, Körper und eine Phenolik, die diese Weine gut trinkbar machen.

00:44:13: Reifermowerdre hat eine wunderbare Textur.

00:44:16: Er ist geschmeidig fast seilig im Mund.

00:44:19: Ideal wenn sie gute Küche mit Wild mögen!

00:44:22: Es ist sehr müde, es gibt wirklich eine Texture.

00:44:25: Ich würde sagen, das ist sauber, so seiliger.

00:44:28: Das ist echt... Wenn du die gute Kuisine von Jibier Sie werden mit dem Akkumpanis viel Spaß machen.

00:44:41: Etwas von dem Charakter und dem Temperament dieser Rebsorte scheint auf jeden Fall auch auf Saarj übergesprungen zu sein.

00:44:48: Saarjs blickt übrigens mit den

00:44:50: seventy-

00:44:51: acht Lebensjahren gelassener als viele seiner Kollegen in die Zukunft, und sein Optimismus ist ziemlich ansteckend!

00:45:08: Ich glaube, es wird immer Winzer im Roussillon geben.

00:45:12: Für mich ist das klar.

00:45:13: Schauen Sie sich um!

00:45:14: In Spanien wird überall Wein produziert in Nordafrika Im Russion werden wir vielleicht neue Rebsorten sehen Aber ich glaube generell wird es immer Wein aus dem Roussillon geben.

00:45:25: Das Wichtigste wäre, wenn man den Wein baureten will dass die Winzer davon leben können.

00:45:30: Wir haben es uns angewöhnt eine Flasche Wein wie eine flasche Wasser anzusehen aber da steckt doch viel mehr dahinter Und ich finde das ist ein super Schlusswort.

00:45:47: Na klar waren da noch einige andere Weine, die mich überrascht, begeistert und zum Staunen gebracht haben.

00:45:52: Doch ich glaube ihr habt auch so einen guten Eindruck bekommen!

00:45:56: Ich hoffe ich konnte euch zeigen wie abwechslungsreich und aufregend das Russiehau ist und wie kreativ es mit den Herausforderungen umgeht, die längere heiße und trockene Witterungsperioden und Extremwetter-Ereignisse mit sich bringen.

00:46:09: Vielen lieben Dank an dieser Stelle noch an die Agentur FFK in Hamburg für die Organisation der Kooperation.

00:46:15: An immense merci à Éric Aracil et Elaine Losada, du conseil interprofessionel des Vins de Russie, pour l'excellence du tiens sur place.

00:46:23: Vous êtes tout simplement fantastique!

00:46:25: Merci beaucoup natürlich auch an euch dass ihr dabei wart bei dieser Sonderausgabe der letzten Flasche zu Russie.

00:46:32: Alle erwähnten Weingüter verlinke ich Euch gerne nochmal in den Shownotes.

00:46:36: außerdem ein paar Onlinehändler die viele der genannten Winzer in ihrem Programm haben.

00:46:40: und ansonsten gilt Ihr wollt mehr Feedback-Mailen, Gäste vorschlagen oder mir eure letzten Flaschen zeigen?

00:46:45: Hinterlasst das gerne auf meinem Instagram Account clemensunterstrichhoffmann.

00:46:49: Die genaue Adresse findet ihr auch noch mal in den Shownotes und wie immer wenn es euch gefallen hat, erzählt es gerne weiter.

00:46:55: und ganz wichtig abonniert den Podcast!

00:46:58: Das war's für heute.

00:46:59: Es trinkt und genießt Sorn Tee.

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