#60: Sonderfolge EUROPAs Beste: 20 Jahre Sterneküche auf der MS Europa

Shownotes

Clemens auf Instagram: @clemens_hoffmann

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00:00:02: Von und mit Clemens Hoffmann.

00:00:14: Hallo und herzlich willkommen, schön dass ihr wieder rein hört!

00:00:17: Ja die Sommerpause ist vorbei und endlich geht es weiter mit eurem Lieblings-Genuss Podcast.

00:00:23: Ich hoffe Ihr hattet einen wunderbaren Sommer voller neuer Genuserlebnisse und habt die freie Zeit für Euch genutzt.

00:00:29: Auch ich habe... Pläne geschmiedet und Ideen gewälzt, was dabei herausgekommen ist hört ihr von jetzt an wieder alle zwei Wochen bei die letzte Flasche.

00:00:38: Diese Episode ist übrigens schon die sechzigste Folge.

00:00:41: das heißt wir feiern heute auch das Finale der Sechsten Staffel und dafür habe ich mir etwas besonderes ausgedacht.

00:00:48: in dieser Folge nehme ich euch mit auf ein Genussevent in Hamburg bei dem vor ein paar Tagen einige der spannendsten Sterneköche und Köchin Europas zu Gast waren.

00:00:59: Europas Beste heißt dieses Festival, das in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal stattgefunden hat und zwar an Bord des Kreuzfahrtschiffs MS Europa.

00:01:09: Und wie sich es für so ein Jubiläum gehört hatten die Veranstalter also Harpark Lloyd-Cruces so richtig aufgefahren.

00:01:16: zehn Spitzenköchen und Köche mit insgesamt dreiundzwanzig Michelin Sternen waren an Bort elf renommierte Weingüter waren dabei und zehn ausgewählte Genusexpertinnen und Experten.

00:01:28: Sie alle präsentierten sich und ihre Kreationen an so kleinen Koch- und Weinstationen auf dem Pooldeck der MS Europa.

00:01:35: Und als Gast kann man auf dieser Genussmeile von einem Stand zum anderen schlendern, probieren beim Anrichtenzuschauen Fotos machen und den Köchenlöcher in den Bauch fragen.

00:01:46: Die Gelegenheit habe ich natürlich genutzt und mein Aufnahmegerät mitgenommen.

00:01:52: Statt eines langen Gesprächs, wie ihr es gewohnt seid, gibt es deshalb heute eine etwas andere Podcast-Ausgabe.

00:01:59: Eine Collage aus kurzen O-Ton Schnipseln sozusagen ein kleines Best of aus diesen kurzen Gesprächen mit einer Auswahl meiner Lieblingsköche.

00:02:08: Gesprochen haben wir über Inspirationen, Aus der Sommerpause, über aktuelle Trends in der Gastro und über die Kunst des Genießens natürlich.

00:02:16: Das Schiff bewegt sich bei diesem Gourmet-Gipfel übrigens keinen Zentimeter von der Stelle, sondern liegt gut verteut im Hamburger Hafen.

00:02:25: Erst in den Nacht bzw am nächsten Morgen früh um fünf wurden die Anker eingeholt und die MS Europa nahm Kurs auf die norwegische Südküste und Dänemark.

00:02:35: aber da waren die Köche, die Winzer und die geladenen Gäste von der Presse also auch ich schon längst wieder von Bord.

00:02:42: Als erstes habe ich bei der einzigen Sterne Köchin des Abends vorbeigeschaut.

00:02:48: Sie kommt aus Basel und hält dort mit ihrem Restaurant Stucki zwei Michelin-Sterne, bekannt ist sie für ihre Küche der Farben und Gewürze – ich spreche natürlich von der wunderbaren Tanja Granditz!

00:02:59: Ich hab Ihre drei Kochbücher hier bei mir zu Hause und empfehle die auch ständig weiter weil ich daraus viele Gerichte in mein ständiges Kocherpatwa übernommen.

00:03:09: An ihren Rezepten mag ich diesen besonderen Dreh, so einen raffinierten Twist der aus gut verfügbaren alltäglichen Zutaten eben etwas Besonderes macht.

00:03:18: Diesen Ansatz habe ich dann auch sofort bei ihrem Beitrag zu dem Festival gespürt nämlich einem Carpaccio von der Jacobsmuschel mit Blumenkohl und einer cremigen Mandelholon-DS.

00:03:30: Eher leiser Gang, aber sehr stimmig.

00:03:32: Von dem die Gäste vor allem eins mitnehmen sollten.

00:03:35: Das

00:03:35: Blumenkohl und Mandel sind eine unglaublich tolle Kombination.

00:03:39: Wo ich ihr nur zustimmen konnte... Beide Komponenten aromatisch verwandte, nussige und so leicht süßliche Noten mitbrachten uns sich zugleich in Textur- und Intentität ideal ergänzt haben.

00:03:50: Und die Jacobsmuschel mit ihrer feinen Süße und ihren milden buttrigen Eigengeschmack fügte sich da nahtlos in diese Nussigsüße Linie ein.

00:04:00: Tanja Granditz hat übrigens keine Sommerpause gemacht und braucht solche Auszeiten auch gar nicht, um sich inspirieren zu lassen.

00:04:07: Ich

00:04:07: entdecke jeden Tag neue Sachen, wunderbare Sachen, schöne Produkte, große Inspirationen sind immer die tolle Menschen, die bei mir sind tatsächlich!

00:04:16: Wir sprachen dann noch kurz über ihr Engagement gegen Lebensmittelverschwendung.

00:04:21: Ich hatte nämlich auf Instagram gesehen, dass Tanja in diesem Sommer eine kleine Serie von Rezeptkarten entwickelt hat, auf den sie im Postkartenformat so Inspirationen fürs Zuhausekochen mit Resten gibt also für die letzten Kartoffeln oder die Überreifenbeeren.

00:04:36: Das ist bei mir ein ganz großes Thema.

00:04:37: Also schon immer!

00:04:38: Aber ich bin natürlich mit dem Vorstand von Tischlein Däckdicht dieser tollen Organisation in der Schweiz, das sich wirklich wahnsinnig dafür einsetzt verteilt werden und nicht weggeworfen.

00:04:48: Diese Rezeptkarten sind auf jeden Fall eine tolle Food-Saving Idee, die auch bei uns Schule machen sollte.

00:04:54: Tanja hat mir dann noch Nikolai Wiedmar vorgestellt ihren ehemaligen Lehrling der ihr an diesem Abend beim Anrichten der Teller zur Hand ging.

00:05:03: wie sich rausstellte Ich hatte es jedenfalls nicht direkt auf dem Schirm, hat Nikolaj selbst ein Restaurant und zwar das Eckhardt in Grenzhachwielen in Südbaden.

00:05:11: Direkt an der Grenze zu Frankreich unter Schweiz und dort hält dieser Nikolai Wiedmer seit zwei Tausend Siebzehn einen Michelin Stern!

00:05:19: Und ich finde ... Es spricht schon Bendy über seinen Charakter und seine Freundschaft zu Tanja Granditz dass er sich an einem solchen Abend einfach die Schürze seiner Kollegin umbindet und sie gut aussehen lässt.

00:05:30: Nicolai ist ein tiefen entspannter, ziemlich souveräner Kerl.

00:05:35: So hat er es mir erzählt, in seinem eigenen Restaurant französische Küchentechniken mit südbadischen Produkten und asiatischen Aromen verbindet.

00:05:43: Die Sommerpause hat er in diesem Jahr noch vor sich!

00:05:47: Ich gehe Ende September nach Asien und bin überzeugt, dass ich da ganz viel mitnimmt.

00:05:51: Ich finde sie immer klasse die Frische ein bisschen von da mitzunehmen auf meinen Teller.

00:05:55: Ich liebe so frisches Essen wie Sie es in Asien machen um Leichtigkeit.

00:05:59: Und genau das werde ich im September mit nach Hause nehmen.

00:06:01: Da bin ich überzeugt davon.

00:06:02: Nicolas Wiedmer, das habe ich mir dann hinterher zusammengegoogelt.

00:06:06: Der ist ein ziemlicher Handsdampf.

00:06:08: mit seiner Schwester und seinem Vater verantwortet er mehrere Gastgeberkonzepte.

00:06:13: Obendrein ist Herr Vizepräsident der Gen-Restaurateur einer europäischen Vereinigung ausgezeichneter Eigentümer geführter Restaurants unter vierzig Jahren Und er bespielt natürlich auch die sozialen Kanäle.

00:06:25: Wie viel auf Instagram?

00:06:26: Ich habe auch eine Serie, die jeden Freitag ein neues Video bringt.

00:06:28: Aber da geht es mehr um so eine Salat-Serie wo was Frisches kommt zu Hause nachmachen.

00:06:32: Schüsselweise heißt sie und die kommt sehr gut an.

00:06:34: Da geht's zum Salate hauptsächlich.

00:06:35: ja genau also das ist eine Salatserie heißt schüsselweise Salat und jetzt kommt langsam auch Fischenfleisch dazu.

00:06:40: dann in Zukunft.

00:06:41: Was für einen Salat gab es jetzt zuletzt in der Serie?

00:06:44: Zuletzt gabs Pfifferlinge Mit Pfefferlängsalab und Pfefferlingen mit Mandeln drin, Minizukinis.

00:06:50: Und immer schön wie auch ich aus Asien die Inspiration mitbringen möchte... ...mit schönen Säuren, Frische und immer ein bisschen mit einem Pep und ein bisschen anders als man es normalerweise

00:06:58: kennt.".

00:06:59: Man kann also sagen einen Salatinfluencer mit Sternen der sich in seinen Videos selbst mal gerne auf den Arm nimmt und bei Tanja Granditz seine Kochlehrer absolviert hat.

00:07:09: Was seine Mentorin mir dann noch zum Thema aktuelle Food Trends mitgegeben hat lasse ich einfach so stehen!

00:07:15: Ja, Trenn sind toll und es gibt immer wieder neue Sachen.

00:07:18: Aber ich glaube das aller wichtigste für einen Kocher ist dass er sich selber findet.

00:07:22: Das ist ein ganz eigener Weg.

00:07:24: Einer der seinen eigenen Weg schon seit langem geht und es damit zur Spitzenbewertung von drei Michelin-Sternen gebracht hat ist ja Marco Müller aus dem Rutz in Berlin.

00:07:35: Marco war ja in Folge vierundfünfzig mein Gast bei die letzte Flasche anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des Ruts.

00:07:42: Wir haben die Folge damals ja live vor Publikum auf dem Berliner Gourmet Festival It Berlin.

00:07:47: Falls ihr die Episode verpasst habt, hört unbedingt mal rein.

00:07:51: da erzählt nämlich Marco wie er über die Jahre seine inzwischen unverwechselbare Handschrift gefunden hat.

00:07:57: eine Hand schrift muss man dazu sagen die so prägend ist dass sie manchmal sogar von Sterne Kollegen kopiert wird.

00:08:04: Der Gang den er mit aufs Schiff gebracht hat, der war wie immer extrem produktfokussiert und der spielte in Markus ja doch sehr eigene Aromenwelt zwischen Wald, Fermentiertem und Säure.

00:08:15: Es gab eine Gelbschwanz Makrele Tomaten und dazu einen Gartenkräuter Eis naja und noch ein bisschen mehr.

00:08:23: Wir machen Hamachi-Makrele mit Garumtomate und Schafseerot.

00:08:28: wir machen Hamaci-Makkrele nachhaltige Zucht die kommt von der Nordsee oben die Spelen da oben In der Gegenstromanlage, wir lassen die Ikeji-Mischlachten reifen das Fleisch selber.

00:08:37: Machen wir Garumtomaten sind wirklich gartenfrische geerntete Tomaten dann haben wir einen Garum gemacht.

00:08:43: also ich versuche halt immer den Geschmack zu multiplizieren den wir haben aber nicht zu entfremden.

00:08:47: deswegen haben wir aus dem eigenen geschmack der tomaten ein garum macht und haben die da nochmal drei tage lang eingelegt sodass sie frischsten Gartnomaten hast die einfach so saulecker sind.

00:08:58: Dann machen wir Kutungs dazu für die Haptik.

00:09:00: dann haben hier aus Fischrogen eine creme gemacht hat was dem Hamachi helfen soll und parallel so eine leichte schöne Säure, das ist halt ein Schafsjoghurt aufgeschäumt.

00:09:11: Und sowas haziges feinhaziges, was dazu passt haben wir Wacholdernadeln genommen pulverisiert und die sträume noch

00:09:18: oben drüber.

00:09:19: Ich denke diese kurze Erklärung der Komponenten seines Tellers gibt euch einen ziemlich guten Eindruck in Markus Produktphilosophie.

00:09:26: natürlich auch seinen Küchenansatz im Rutz wenn man ihm so zu hört kann man schon den Eindruck kriegen ist ganz schön abgehoben, ist er aber nicht.

00:09:35: Dafür sorgen schon seine drei Töchter mit denen er in den Sommerferien jetzt gerade eine kleine Backchallenge veranstaltet hat.

00:09:42: Und ich habe eine sehr, sehr bohnenständige und ursprüngliche Idee mit den Kindern perfektionieren und das ist

00:09:49: Obstkuchen!

00:09:50: Wir haben versucht im besten Obstkochen des Sommers zu machen und es ist total spannend weil wir dieses Jahr halt auch wirklich viele tolle Obstsorten hatten halt irgendwie und wir haben Obstgehung perfektioniert.

00:10:01: Wir haben Pfirsich gemacht, wir haben Flaume jetzt gerade gemacht, Aprikose gemacht Ich habe Blauwerden von der Ostsee geholt, wir hatten unfassbar viele wilde Brombeeren hinten hinterm Garten

00:10:11: gehabt

00:10:12: Und irgendwie alles hat gut funktioniert.

00:10:16: Das hat uns ganz viel Freude gemacht.

00:10:18: Im Grunde genommen ist ja sage ich mal Kochen zu Hause muss

00:10:21: oft schnell

00:10:22: gehen und einfach.

00:10:25: Das ist nicht das Beste.

00:10:26: Insofern haben wir ein Rezept perfektioniert, was meine Kinder auch wenn ich mal nicht da bin ausprobieren können.

00:10:32: Wir haben einfach einen Joghurt genommen, wir haben eine Mehl genommen und Butter genommen.

00:10:35: Wir haben unsäglich viele frisch geröstete Ofengeröstete Mandeln genommen ganze Mandeln da reingetan weil der hast du schonmal diesen Knack gehabt.

00:10:44: Und dann haben wir einfach geschaut dass war halt die Säure aus dem Obst rauskriegen wie zum Beispiel bei den Gartenflaumen Die dann halt auch mit Vanillezucker so ein bisschen eingestreut den Teig, die Pflaum und die Mandel zack boomen in die Form ab im Ofen.

00:11:01: Und es war so brutal.

00:11:02: eine Nocke frisch gemachtes Vanilleeis dazu.

00:11:06: War gut!

00:11:07: Ob diese Obstkuchen einen Weg auf die Karte finden?

00:11:10: Da war sich Marco noch nicht sicher.

00:11:12: Vielleicht ja im Rutsz-Zollhaus seinem Casual Zweitrestaurant in Kreuzberg direkt am Landwerkkanal.

00:11:18: Und wo wir gerade schon beim Süßkram sind, auf der MS Europa gab es an diesem Abend natürlich gleich mehrere Dessertstationen.

00:11:26: Unter anderem hatte der deutsche Schokoladiermeister Kevin Kugel aus Sindelfingen Pralinen mitgebracht.

00:11:36: Besonders gut hat mir da ein zartbitteres Rechteck mit einer erfrischenden Füllung aus Orange und Kakaofruchtsaft geschmeckt.

00:11:45: Dieser Saft wird aus dem frischen weißen Fruchtfleisch gewonnen, das die Bohnen in der Kakaoffrucht umgibt.

00:11:51: Der ist extrem fruchtig so süßsäuerlich und erinnert stark an eine tropische Mischung aus Litschi, Firsich, Mango und Maracuya.

00:11:59: Früher wurde dieser Saft bei der Schokoladenherstellung kaum genutzt und der Floss bei der Fermentation der Bohnen einfach ungenutzt ab.

00:12:06: Aber heute gilt Kakaofruchtsaft so als Trendprodukt in der Spitzengastronomie & Patisserie und er liefert auch den Kakaobauern eine zusätzliche Einnahmequelle – war für mich ehrlich gesagt ne neue Entdeckung.

00:12:19: Ganz im Gegensatz zu Schloss Schauenstein in Fürstenau im Kanton Graubünden.

00:12:24: Das ist im Feind-Dining-Universum gut bekannt, als eines von insgesamt vier drei Sternerestaurants in der Schweiz.

00:12:31: Geführt wird es von Andreas Kaminader und Marcel Skiba.

00:12:36: Andreas Kaminarer agiert dabei hauptsächlich so kulinarischer Visionär und Marcel Skibar lenkt als Küchenchef so das tägliche Handwerk vor Ort.

00:12:47: Er ist also derjenige, der die kulinarische Philosophie des Hauses tagtäglich detailgetreu auf den Teller bringt.

00:12:53: Wir

00:12:53: arbeiten sehr sehr eng und sehr viel mit unserem Gemüsegarten.

00:12:59: Wir haben auch heute ein paar Sachen aus dem Garten mitgenommen.

00:13:02: von daher lassen wir uns da im Garten inspirieren.

00:13:05: Also es ist so durch die Arbeit Saison durch entwickeln sich da Ideen und mit denen gehen wir dann, sobald wir mal Pause haben wieder frisch ans Werk.

00:13:18: Marcel hatte übrigens den mit Abstand heißesten Arbeitsplatz des Abends.

00:13:22: an seiner Station auf dem Promenadendeck der MS Europa, hat er nämlich einen Holzkohlengrill aufgestellt, an dem er kleine Blöcke einer gegarten und gepressten Kalbsbrust noch scharf angegrillt

00:13:34: hat.

00:13:34: Wir haben ein Joghurt dazu, wir haben ein Peperoni-Creme dabei und Calapeno Auch aus dem Garten, die ist allerdings letztjährig.

00:13:44: Wir haben da vom Tomatenpapster Erik Steckowetz einige Pflanzen bekommen dieses Jahr und eben auch diverse Chili.

00:13:52: Da waren letztes Jahr halt auch viele Chalapeno-Chilis dabei und die haben wir eingelegt und die gibt es dann auch dazu.

00:13:59: Das ist als kleiner Säurecherfe Kick!

00:14:03: Ein Gericht, das ebenso Schärfe wie Wärme verbreitete.

00:14:08: Es kombiniert ein vermeintlich einfaches bodenständiges Teilstück wie die Kalbsbrust und heimisches Gemüse mit so einer ganz prägenanten modernen Schärf und frischen Gartenkräuter nämlich Tagetesblüten- und Brunnengrässe aus dem Garten von Schloss Schaunstein.

00:14:24: Das ist der Floh noch in den Gartensprungen und hat genau vierhundert Wiffel.

00:14:28: Vierhundertzwanzig.

00:14:30: Vierundundzwanzzig, also dreihundertachtzig Portionen haben wir heute vorbereitet.

00:14:35: Vierthundert zwanzig Gressen falls mal eine nicht so toll ist aber die ist ja tatsächlich aus der Schweiz und unserem Garten.

00:14:41: Ich habe auch noch welche im Garten.

00:14:42: meine sieht aber nicht so schön aus.

00:14:43: man ist schon ein bisschen ausgeplustert

00:14:45: ist schon so.

00:14:46: Naja ganz so schön sahen die Ränder jetzt auch nicht aus.

00:14:49: Wir haben sie natürlich nochmal ausgestochen.

00:14:53: vierhundertzwanzig Blättchen Brunnenkresse ernten und sauber mit dem Ausstecher in Form bringen.

00:14:58: Auch das gehört zur Arbeit in der Sterneküche, und dreihundertachzig Portionen Kalbsbrust müssen ja auch erst mal gegrillt sein – und zwar auf den Punkt.

00:15:07: für sowas liebe ich dieses Festival!

00:15:09: Man bekommt wirklich tolle Einblicke wie absolute Profis unter sehr einfachen Arbeitsdingungen vorgehen und Spitzenqualität abliefern.

00:15:18: Mison Plass ist dabei natürlich Trumpf.

00:15:20: und noch etwas, was Marcel Skiba sogar als Trend in der Hochküche erkannt haben will.

00:15:26: Ich glaube Reduktion ist es schon so dass das Thema glaub ich immer wieder deutlicher wird, dass Köche oder Kollegen sich reduzieren auf wesentliche... Produkte und nicht viel Chichit rum machen.

00:15:44: Und ich glaube, das ist ein guter Weg, das Produkt wieder mehr im Vordergrund zu stellen, weniger Scharbernack damit zu treiben.

00:15:52: also ich glaube es ganz cool aber das sieht es schon länger weil es ist clean, es ist ästhetisch, es hilft, logischerweise durch das reduzieren wird ganz deutlich wie viel Arbeit auch in der Reduktion steckt was wie viel Liebe in das Produkt fällt am Schluss des Tages.

00:16:12: Ja, und apropos Liebe zur Arbeit über diesen Aspekt habe ich etwas später am Abend dann auch mit Martin Stopp vom zwei-Sterne-Restaurant Atama in St.

00:16:21: Ingbert im Saarland gesprochen.

00:16:23: Martin hat bei Klaus Erfurt gelernt und ist dann in namhaften Schweizer und Berliner Küchen unterwegs gewesen bevor er in dem Restaurant Louis in SaarLouis zwei Michelin Sterne gekocht hat.

00:16:36: Anfang der Jahrzehnte eröffnete er dann sein eigenes Restaurant, eben das Atama und schaffte damit sechs Monate später aus dem Stand den direkten Sprung auf zwei Michelin-Sterne.

00:16:47: Außerdem erhielt das ATAMA vom Gitmischler auch noch die renommierte Sonderauszeichnung als Opening of the Year.

00:16:54: Martin Stopp war ein gewisses Risiko eingegangen auf diesem Feinschmeckerfestival auf dem Kreuzwaldschiff denn er präsentierte einen hierzuleiten etwas aus der Gemode gekommenen Klassiker Kalbspriß, aber sozusagen auf dem nächsten Level als kleine Praline in frittierter Form.

00:17:11: Dazu noch ein Tatar, etwas Karotte, Kaffir-Milimette und Miso-Rollandes.

00:17:16: Wenn man wie ich eine Weile an Martins Kochstation stehen geblieben ist dann konnte man immer wieder Gäste sehen die zurück kamen und sich extra nochmal für dieses Geschmackserlebnis bedankte haben nach dem Motto ja erstes Kalbspries meines Lebens nie gedacht dass das so gut sein kann.

00:17:32: Ich würde also sagen, mit diesem Statementeller unterstriche er einen Trend den Martin Stopp schon seit längerem beobachtet.

00:17:39: Was

00:17:39: ich allgemein die letzten Jahre mitverfolge und sehr begrüße und auch in meinem eigenen Laden immer Tama so mache ist das Allgemeinen, dass die Klassik zurückkommt.

00:17:47: Dass man sich wieder zum Handwerk hinzuwendet wie z.B.

00:17:50: Jan Hartwig ja der da exzellent alte Rezepturen halt auf Next Level hebt.

00:17:54: und das ist glaube ich so.

00:17:55: das was mir gefällt auch persönlich.

00:17:57: und die letzte Jahr passiert es

00:17:58: ja Wir haben dann noch eine Weile übers Essen gehen philosophiert.

00:18:03: Martin Stop hat sich dabei als entspannter Gast geoutet, der Essen geht um ne gute Zeit zu haben.

00:18:08: und genau daran an eine gute Zeit soll man sich auch nach einem Besuch bei ihm im Atama erinnern.

00:18:14: Ein

00:18:15: totales Wohlfühlen eigentlich.

00:18:16: Man einfach einen Abend hatte, an dem man die Zeit vergessen hat und genossen hat, ohne weiter drüber nachzudenken.

00:18:23: Das ist ein Hammer!

00:18:24: Letztendlich das Ganze basiert natürlich und ist gebunden an meine Küche.

00:18:27: aber ich finde es wichtiger eigentlich was einen Abend wirklich völlig rund machen kann dass letztendlich, dass du dich wohl fühlst und das macht der Service, das macht auch ein Stück weit vielleicht das Amienda vor allem die Menschen wie sie miteinander interagieren und da kann ich noch so gut kochen.

00:18:40: wenn das nicht stimmt dann bleibt es nicht Erinnerung, vielleicht ein einzelnes Gericht aber das ist ja irgendwann auch ein bisschen flach

00:18:47: denke ich.

00:18:48: Letztlich geht's also um Gastfreundschaft und darum, Menschen gute Momente zu bereiten.

00:18:53: Und das Essen ist dabei immer nur eine Säule damit der Abend gut wird.

00:18:57: So sieht es übrigens auch Stopps-Kollege Thomas Dorfer.

00:19:06: Und da gehören für

00:19:07: mich jetzt Servis, die

00:19:07: Küche und auch die Sambiente

00:19:09: dazu.

00:19:10: Wenn der Gast rausgeht und sagt

00:19:12: ich habe einen

00:19:13: tollen Abend erlebt

00:19:14: mit allen

00:19:14: Dingen dann ist das eine Runde Geschichte wie in Österreich sagen.

00:19:17: Das ist das was mich am meisten

00:19:18: freut.".

00:19:19: Thomas Dorfer, der im Landhaus Bachar in der Wachau in Niederösterreich zwei Michel-Ersterne hält, steht so für Gelassenheit und Klarheit auf dem Teller.

00:19:29: Arundekschicht war für meinen Geschmack auch seine Kreation für das Genuss-Event.

00:19:33: Ein frischer, saftiger Teller der Löffel für Löffeln einfach nur nach purem Sommerschmeckte.

00:19:39: Momentan haben wir natürlich von uns ein Gemüsebauern

00:19:42: eine unglaubliche Vielfalt

00:19:43: und das habe ich heute hier mitgebracht.

00:19:45: Wir haben Paprika, wir haben Sommerkürbis, wir hatten Schocken.

00:19:48: Wir haben

00:19:49: vier Sich

00:19:50: mit einer tollen Marinade von frischen Kräutern dazu etwas Frischkäserikotter Pistazien und Kaviar.

00:19:56: Ja und es war für mich der beste Teller des Abends.

00:20:00: Ich könnte jetzt noch eine ganze Weile weitermachen mit den anderen Genussakteuren dieses Abends, aber das würde endgültig glaube ich den Rahmen sprengen.

00:20:07: deshalb nur noch drei kurze Zugaben.

00:20:10: die erste ist schon mal ein kleiner Teaser auf einer Podcastfolge in der Zukunft und zwar mit Kevin Feeling vom Drei-Stern-Restaurant The Table in Hamburger Hafencity.

00:20:21: Kevin hat nämlich eine ganz besondere Verbindung zur Europa, denn auf diesem Schiff startete er seine Karriere als Smoothie und dann zwei Jahre als Zusteff ist er mit dem Kreuzfahrtschiff um die Welt gereist.

00:20:34: Heute hat Kevin Feeling sein eigenes Gourmet-Restaurant auf der Europa – das heißt The Globe!

00:20:40: Sterne hat es nicht weil in der Giedmischler ja nur Landrestaurants bewertet also Restaurants die sich an Land befinden, nicht nur Land Restaurants.

00:20:49: Ungefähr zwanzig Tage pro Jahr ist Kevin Feeling selbst mit am Bord.

00:20:54: Die restliche Zeit setzt sein Küchenteam das kulinarische Konzept um, wie genau er das macht und dabei wollen wir uns demnächst mal ausführlicher unterhalten könnte also gespannt sein.

00:21:04: Die zweite Zugabe ist noch ein Promi-Winzer.

00:21:08: Günther Jauch war mit seinem Familienweingut Ottegrafen an der Saar auf die MS Europa gekommen, er hat mich unter anderem sein großes Gewächs den berühmten Ockfühner Bockstein probieren lassen – ein kühler etwas feuersteinniger Riesling mit ausgeprägter Säure und einem ganz tollen langen Nachhall.

00:21:26: Richtig viel fachsimpeln konnte man mit der Fernsehberühmtheit allerdings nicht.

00:21:30: Ihr könnt euch vorstellen, dass die Kreuzware bei ihm für Selfies Schlange standen.

00:21:35: Ich habe mich dafür ein wenig mit seiner Frau Thea über die Zukunft der tollen aber eben auch sehr arbeitsintensiven Steillagen an der Saar unterhalten.

00:21:44: An der SaAR, das habt ihr bestimmt auch mitbekommen haben ja kürzlich zwei Spitzenweingüter zugemacht Das Weingut Dr.

00:21:50: Wagner in Saarburg und des Weinguts von Höfel aus Konz Oberemmel.

00:21:55: Und wenn ich unser Gespräch kurz zusammenfasse, also das mit Frau Jauch.

00:21:59: Dann sind die Jauchs ein wenig pessimistisch ob alle diese schönen Weinbergslagen dieser geschlossenen Betriebe auch wirklich neue Pechter finden werden.

00:22:08: denn wer bindet sich schon so viel Arbeit ans Bein?

00:22:11: Wenn er wegen des sinkenden Weinkonsums nicht mal sicher sein kann dass der Wein später auch verkauft wird fand ich eine ziemlich ernüchternde Perspektive.

00:22:19: und das hat mich doch ein wenig nachdenklich gemacht, denn insgeheim wünsche ich mir natürlich dass die Krise beim Weinkonsum eher zu Lasten der vielen weniger interessanten Flachlagenweine ginge.

00:22:30: Aber naja wir werden sehen was die Zukunft bringt!

00:22:34: Und ganz zuletzt habe ich dann noch einen alten Bekannten getroffen Trüffel Papst Ralf Boos war da, den ihr ja schon aus die letzte Flasche Erfolge neununddreißig kennt.

00:22:43: Falls nicht hört unbedingt mal rein!

00:22:45: Ralf ist seit letztem Jahr offiziell im Ruhe stand nachdem er seinen Feinkosthandel Boswut in Merbusch bei Düsseldorf in mehr als drei Jahrzehnten zu so einer wahren Institution für Spitzenprodukte ausgebaut hat.

00:22:59: Rals Töchter Vivien, Talia und Saskia sind seit dem in die erweiterte Geschäftsführung eingetreten.

00:23:05: Aber so ganz kein.

00:23:06: Papa Ralf in seinem Altersruhe sitzt in Thailand.

00:23:08: Die Füße auch nicht stillhalten, vor allem wenn es um sein Leib- und Magen Thema geht.

00:23:13: Trüffel.

00:23:14: Sage und schreibe fünf Kilo australische Wintertrüffeln hatte Ralf mit auf die MS Europa geschleppt.

00:23:21: Kilo Preis aktuell.

00:23:22: ich habe noch mal nachgeschaut.

00:23:26: unermüdlich auf frische Pasta aus dem Parmesan Leib gehobelt und zwar so viel, dass man die Nudeln auf den Teller anschließend nicht mehr gesehen hat.

00:23:35: Ich schwöre!

00:23:36: Wie der Mann es schafft am nächsten Morgen ohne Szenen scheiden Entzündung am Frühstückstisch zu sitzen ist mir ein Rätsel.

00:23:41: aber ich kann euch versichern... Es war so, ich saß am Nebentisch und er war ganz vergnügt.

00:23:47: Vielleicht auch weil er von Hamburg direkt nach Sylt weiter reisen durfte zur nächsten Trüffelparty?

00:23:53: Mich hatte nicht ganz so viel Glück, für mich ging es erst mal wieder zurück nach Berlin.

00:23:58: Und damit endet meine kleine Sonderfolge mit den Eindrücken von der zwanzigsten Ausgabe von Europas Beste – mit dabei diesmal mit kurzen Statements die Sterneköche Tania Granditz, Nikolai Wiedmer, Marco Müller, Marcel Skipper Martin Stopp und Thomas Dorfer.

00:24:15: Vielen Dank an alle Mitwirkenden!

00:24:21: Wenn Euch diese Otton Collage gefallen hat, abonniert gerne die letzte Flasche und lasst eine Bewertung da.

00:24:27: In der nächsten Folge gibt es dann wieder nur einen Gast und natürlich auch wieder eine letzte Flrasche.

00:24:32: Euch allen Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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